Royal Dutch Shell: Bohrungen in der Arktis

Das Mineral- und Erdgasunternehmen Royal Dutch Shell Plc gilt als größter Treiber der Industrialisierung im gefährdeten Ökosystem der Arktis. Bereits während erster Explorationsbohrungen vor der Küste Alaskas wurde das englisch-niederländische Unternehmen mit einer Vielzahl erheblicher und kostenintensiver Sicherheitsprobleme konfontiert, die deutlich machten, dass Shell auf die Prävention von Öllecks und deren Eindämmung und Bereinigung nicht ausreichend vorbereitet ist.

2013 musste Shell eine Geldstrafe in Höhe von 390.000$ für Vertragsverletzungen durch die Bohrinsel Kulluk in der Beaufortsee zahlen. Darüber hinaus verhängte die amerikanische Umweltbehörde (EPA) Geldbußen im Umfang von 710.000$ wegen der erheblichen Umweltverschmutzung durch das Bohrschiff Noble Discoverer in der Tschuktschensee. Selbst die Aktionäre äußerten auf Shells Jahresvollversammlung 2013 schwere Bedenken wegen der Bohrungen in Alaska. Kritiker bezweifeln, dass das Unternehmen in der Lage ist, Bohrungen unter Einhaltung bestimmter Sicherheitsstandards durchzuführen. Lokale Inuit-Gemeinden teilen diese Bedenken, zumal Öllecks ihre Lebensgrundlagen bedrohen würden.

Nach intensiven Verhandlungsgesprächen zwischen dem russischen Präsidenten Vladimir Putin und dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte im April 2013 schlossen die Unternehmen Gazprom und Shell ein Abkommen zur Kooperation von Öl- und Gasbohrungen in der russischen Arktis. Shell wurden 33% der arktischen Bohrprojekte zugesichert, die dem russischen Erdgasförderer Gazprom gehören (lesen Sie hierzu eine Greenpeace-Studie über internationale Ölunternehmen in der Arktis).

Trotz der bestehenden Zweifel und Schwierigkeiten gab Shell bekannt, die Bohrarbeiten vor der Küste Alaskas im Juli 2014 wieder aufzunehmen. Hierfür wurde ein Vertrag mit der schweizerischen Transocean Ltd. Geschlossen.

ShareAction, eine Organisation, die sich für stärkere Verantwortung bei Investitionen einsetzt, startete im Februar 2014 eine neue Kampagne um „Shell zu stoppen“. Die Kampagne will den Einfluss der Investoren und Aktionäre von Shell auf der nächsten Jahresvollversammlung im Mai 2014 nutzen. Zudem wurden Petitionen gegen BlackRock und Pensionskassen eingerichtet, die öffentlich unterzeichnet werden können. Die Petitionen basieren auf einen Bericht von Greenpeace UK, der unter dem Titel „Frozen Future“ veröffentlich wurde. 

Case location
Beaufort Sea
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Affected topics
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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