Rio Tinto: Menschenrechtsverletzungen in der Panguna-Kupfermine, PNG

Rio Tinto besitzt einen Anteil von 53,58% an Bougainville Copper Ltd, das von 1972 bis 1989 Kupferkonzentrat aus der Pangunamine in Bougainville abbaute. 1989 wurde der Abbau aufgrund des Militärputsches abgerbochen. [1]

Während des Abbaus wurden vermutlich Milliarden von Tonnen des giftigen Minenabfalls im Umland und naheliegenden Gewässern entsorgt, was zur Verschmutzung des Wassers und zur Vergiftung der Einheimischen führte. Einwohner berichteten von Geburtsfehlern, Krankheiten und sklavereiähnlichen Arbeitsbedingungen.

Es ist umstritten, ob der irreversible Schaden, der durch die Kupfermine verursacht wurde, schließlich den Aufstand provozierte, der zwar 1988 zur Schließung der Mine führte, aber auch dem 10-jährigen Unabhängigkeitskrieg in Papua-Neuguinea (PNG) zugrunde lag, der 15.000 Zivilisten das Leben kostete. 

Die Regierung von Papua-Neuguinea versuchte die Mine durch diverse Militärangriffe 1989/90 auf  die Bevölkerung von Bougainville zu beschlagnahmen. Außerdem errichtete Rio Tinto 1990 zusammen mit der Regierung von PNG eine Blockade, um Hilfslieferungen von Medizin, Kleidung und weiteren lebenswichtigen Gütern an die Bewohner in Bougainville zu verhindern. Diese Blockade forderte zwischen 1990 und 1997 etwa 10.000 Tote. Im September 2000 klagte eine amerikanische Kanzlei Rio Tinto wegen der Verletzung internationalen Rechts und der Beteiligung an Kriegsverbrechen, Genozid, Menschenrechtsverstößen, kultureller Verwüstung und Umweltzerstörung an [2].

Im Oktober 2011 rollte ein US-Berufungsgericht den Fall gegen Rio Tinto wegen vielfacher Menschenrechtsverletzungen und Tausenden Toten im Zusammenhang mit der Panguna-Kupfermine wieder auf. [3]

In der Folge der Gerichtsentscheidung im Fall Kiobel vs. Royal Dutch Shell wurde die Klage gegen Rio Tinto im Juni 2013 jedoch erneut abgelehnt. Das Urteil im Fall Kiobel vs. Shell gilt als Grundsatzurteil, inwieweit Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen im Ausland im Rahmen des Alient Tort Statutes (ATS) belangt werden können. [4]

[1] Bougainville Copper Limited (2012): “About the Company” (abgerufen am 3. Februar 2014). 

[2] Hagens Berman (2014): “Rio Tinto” (abgerufen am 3. Februar 2014). 

[3] ABC News (2011): “Rio Tinto accused over Bougainville ‘genocide’”, 26 October (abgerufen am 09.09.2013).

[4] Business and Human Rights (2013): “Case profile: Rio Tinto lawsuit (re Papua New Guinea)” (abgerufen am 12.02.2014).

Affected topics
  • Menschen- und Arbeitsrechte
  • Korruption
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

Kommentare sind geschlossen.