Textron Inc.: Produktion von Streumunition

Textron Systems, eine 100%ige Tochtergesellschaft von Textron Inc. stellt Streumunition des Typs CBU-97/ CBU-105 Sensor-Fuzed Weapon (SFW) her, welche BLU-108 Submunitionen enthält. [1] Das norwegische Finanzministerium, Delta Lloyd Asset Management, Danske Bank und Triodos u.a. haben Textron aufgrund der Produktion von Streumunition bereits von ihren Investitionen ausgeschlossen.[2]

Die CBU-97/ CBU-105 Sensor-Fuzed Weapon enthält zehn BLU-108 Submunitionen, die jede wiederum vier ´Skeet` Sprengköpfe enthalten – insgesamt eine Summe von 40 zielsuchenden Submunitionen. Die SWF fällt somit in eine Waffenkategorie, die durch die Convention on Cluster Munitions (Konvention zu Streumunition) verboten ist. Die Konvention definiert Streubomben als eine konventionelle Munition, die so entwickelt wurde, dass sie explosive Submunitionen entlädt oder verteilt, die jeweils weniger als 20kg wiegen.[3]

Die USA, die nicht an den Verhandlungen zur Konvention zu Streumunition (dem so genannten “Oslo Prozess”) teilgenommen hatten, müssen jetzt feststellen, dass fast alle ihrer alternativen Streubomben (z.B. BLU 108) illegal sind. Dies wurde verstärkt von Textron kritisiert, die versucht hatten, die USA zu einer Beeinflussung des Verhandlungsprozesses  zu bewegen, um ein Verbotsabkommen abzuwenden. Dazu entsendete das Unternehmen sogar einen Firmensprecher zu den in Genf stattfindenden UN-Verhandlungen, um die Delegierten der UN Konvention (Convention on Conventional Weapons  – CCW) von den Vorteilen der „alternativen US-amerikanischen Streubomben“, wie der SFW, zu überzeugen. Ein einzigartiger Versuch in der UN-Geschichte.

Die SFW wurde von den USA zum ersten Mal  im Irakkrieg 2003 eingesetzt. Laut Experten vor Ort hinterlässt die Waffe unzählige, nicht explodierte Blindgänger, welche die Zivilbevölkerung extrem gefährden. Textron behauptet jedoch die SFW hätte eine Funktionssicherheit von über 99% und damit nur eine einprozentige Fehlerquote. 2010 exportierte Textron die Waffe nach Indien; 2011 nach Saudi Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate.[4]

[1] http://www.textrondefense.com/products/smart-weapons-air/sfw/index.php
http://www.textrondefense.com/products/smart-weapons-air/blu-108.php

[2] http://www.regjeringen.no/en/dep/fin/Selected-topics/the-government-pension-fund/responsible-investments/companies-excluded-from-the-investment-u.html?id=447122,
http://www.deltalloydassetmanagement.nl/media/179531/exclusions_controversial_weapons_q1_2012.pdf,
http://www.danskebank.com/en-uk/CSR/business/SRI/Pages/exclusionlist.aspx

[3] http://www.clusterconvention.org/files/2010/12/CCM-Text1.pdf

[4] SIPRI (2012) – Global transfers of major conventional weapons
sorted by supplier (exporter),
2011, http://www.textrondefense.com/news/press_release_item.php?ReleaseID=1526733

 

Affected topics
  • Völkerrechtswidrige Waffen
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