L-3 Communications: Produktion von Streumunition

L-3 wird von Medienvertretern, NGOs und Experten vorgeworfen, in die Produktion von Streumunition verwickelt zu sein, obwohl dies durch das Übereinkommen über Streumunition von 2008 verboten ist. Im Juli 2011 beendete die Danske Bank daraufhin jegliche Geschäftsbeziehungen zu L-3, nachdem Untersuchungen des unabhängigen Beraterunternehmens Ethix SRI Advisors die Mitwirkung von L-3 bei der Herstellung von Streumunition ergeben hatten.[1] Diesem Schritt folgte die PGGM Vermogensbeheer B.V. aus gleichem Grund.[2]

L-3 Fuzing & Ordnance Systems produziert auch eine elektronische Sicherheits- und Waffenvorrichtung (ESAD) für den Gebrauch von Streumunition. ESAD ist eine Schlüsselkomponente der durch MLRS abgeschossenen M30-Lenkrakete – das entsprechende Programm läuft bis mindestens Ende 2013.[3]  ESAD ist auch eine Schlüsselkomponente für die Variante der M30-Rakete mit Streumunition. ESAD wurde sogar zuerst für den Gebrauch von ebendieser Waffe entwickelt. Nach Angaben der Marketingabteilung von L-3 wird diese Vorrichtung im Einzelsprengkopf der GMLRS-Rakete als „eine Variante des DPICM Round ESAD“ verwendet.[4]

2009 orderten die Vereinigten Arabischen Emirate 780 solcher M30 MLRS Raketen, von denen jede einzelne mit 404 Submunitionen bestückt war.[5]

Ein weiteres Beispiel für die Verwicklungen von L-3 in Streumunition ist die Vermarktung des XM1162-Selbstzerstörungszünders, der speziell für Streumunition entworfen wurde. L-3 zufolge wird der Zünder zusammen mit 155mm-Artilleriemunition und GMLRS-Raketen benutzt, um „Blindgänger auf dem Schlachtfeld zu minimieren, indem man eine Selbstzerstörungsfunktion zur geläufigen DPICM-Streumunition hinzufügt.“ Das Werbematerial für den XM1162 wurde 2010 von der Firmenhomepage entfernt. Bis heute hat L-3 jedoch nicht bestätigt, dass der Zünder aus der Angebotspalette genommen wurde.

Affected topics
  • Völkerrechtswidrige Waffen
Affected norms and standards Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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