Rio Tinto: Oyu Tolgoi Gold- und Kupfermine in der Mongolei

Rio Tinto plant die Erweiterung der Kupfer- und Goldminen Oyu Tolgoi in der Wüste Gobi. Investitionen von mehr als 5 Millarden Dollar sollen getätigt werden. Mongolische Hirten kritisieren, dass durch die Erweiterung der Mine hunderten Nomaden der Zugang zu sauberen Wasser verwehrt und die ökologische Einzigartigkeit des Gebietes gefährdet wird.[1] In der Region wird der Rohstoffabbau kontrovers diskutiert. Die Viehhirten berichten, dass die Minen schon jetzt die von Hand gegrabenen Brunnen, die ihre traditionell genutzten Wasserquellen darstellen, austrocknen. Der Wasserverbrauch einer Mine beläuft sich auf mehr als 190.000m3 täglich. Angaben der Weltbank (2010) über die Beurteilung der Gewässer in der Region Südgobi zufolge übersteigt der Betrieb der Mine den Verbrauch der örtlichen Nomaden-Herden (31.600 m3) und der Anwohner (10.000 m3) deutlich.[2] Die nomadische Bevölkerung wurde weder zur Entwicklung der Mine konsultiert noch darüber informiert. Mehrere ziviligesellschaftliche Organisationen bewerteten die Umwelt- und sozialen Verträglichkeitsstudien (Environmental  and Social Impact Assessment (ESIA) als „nicht aktuell“ und „unvollständig“ [3].

Als Reaktion auf die Kritik wurden im September 2013 mehrere Pläne zum Management der laufenden Arbeiten veröffentlicht, doch bereits im November 2013 reichten neun zivilgesellschaftliche Organisationen erneut Kritik an den Plänen für das Oyu Tolgoi Projekt ein. Vor allem werden die unvollständige Offenlegung sowie die mangelnde Zeit zur Prüfung des Umweltmonitorings bemängelt. Darüber hinaus wird die mangelhafte Bearbeitung von Beschwerden genannt, wie auch ausstehende Entschädigungszahlung für Zwangsumsiedlungen und der beschränkte Zugang der Hirten zu sauberen Wasser, genügend Weideland und sauberer Luft. Insgesamt wurden seit 2012 108 Fälle bekannt, bei denen das Management des Oyu Tolgoi Projektes die eigenen ökologischen und sozialen Vorgaben nicht umsetzte. Mehr als die Hälfte der Fälle wurde noch nicht durch den Minenbetreiber aufgegriffen.[4] Die Veröffentlichung der Monitoring Berichte zu den Themen Wasser und Biodiversität sind ebenfalls noch ausstehend.

 

[1] Rupert Neate (2013): “Rio Tinto accused of environmental and human rights breaches. Native Mongolian herders angry that copper and gold mine is threatening fresh water supply and ecology”, The Guardian, 18 April (accessed 04.09.2013); Puck Lo (2012): “Mongolian Nomadic Herders Worry About Impact of Rio Tinto’s Gold Mine”, CorpWatch Blog, 24 September: www.corpwatch.org/article.php?id=15785 (accessed 04.09.2013).

[2] The World Bank (2010): Mongolia. Groundwater Assessment of the Southern Gobi Region (accessed 05.09.2013); Michelle Tolson (2013): “River Diversion Project Spells Disaster”, IPS News, 19 July (accessed 05.09.2013).

[3] Bank Information Center (14 November 2013): Updated Oyu Tolgoi Management Plans remain deeply flawed (accessed 20.01.2014).

[4] Bank Information Center (13 November 2013): Civil Society Review of the Oyu Tolgoi audit and Operational Management Plans (accessed 20.01.2014).

Case location
Oyu Tolgoi, Mongolia
Mongolia


Affected topics
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
  • Menschen- und Arbeitsrechte
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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