LPP: Arbeitsrechtsverletzungen in Bangladesch

2013 war eine bangladeschische Zulieferfabrik von LPP von einem der schwersten Industrieunglücke der jüngsten Zeit betroffen. Die Fabrik befand sich im Gebäude Rana Plaza in Dhaka, das am 24. April 2013 einstürzte: Es wurden etwa 2000 Menschen verletzt und 1127 fanden den Tod. Ursprünglich als Bürogebäude konzipiert, wurde Rana Plaza in fünf Bekleidungsfabriken umfunktioniert, die alle schwere Maschinen einsetzten. Nur einen Tag vor der Katastrophe waren Risse in den Wänden bemerkt worden. Trotzdem versicherte das Management vor Ort den Angestellten, dass das Gebäude sicher zu betreten sei. Damit wurden die Arbeiten in den Fabriken weitergeführt, obwohl die umliegenden Geschäfte evakuiert worden waren. Kleidungsstücke der Marke Cropp von LPP wurden unter dem Schutt der Rana Plaza gefunden.

Die Textilindustrie in Bangladesch macht mit einem Wert von 20 Milliarden Dollar 77% des Gesamtexportes des Landes aus. In diesem Sektor sind etwa 40% der bangladeschischen Arbeiternehmer angestellt. In den meisten Fällen haben die Fabriken nur unzureichende Sicherheitsstandards. Hinzu kommt, dass die gesetzlichen Bestimmungen nur vereinzelt durch Kontrollen durchgesetzt werden. Viele Angestellte arbeiten unter sehr schlechten Bedingungen zu einem Mindestlohn von 38 $ im Monat. Sicherheitsbelange stellen eine konstante Bedrohung für die bangladeschischen Arbeiter dar. Feuer und Explosionen der Maschinen fordern jedes Jahr viele Menschenleben, beispielsweise starben im November 2012 in der Tazreen Fabrik 112 Menschen bei einem Feuer. In den letzten 11 Jahren starben aufgrund von zu niedrigen Sicherheitsstandards 730 Menschen, das Unglück der Rana Plaza nicht eingerechnet.

Nach größeren Unglücksfällen wurden in den Jahren 2005 und 2010 auf Freiwilligkeit basierende unverbindliche Initiativen gegründet, um die Sicherheitsstandards in den Bekleidungsfabriken zu verbessern. Gemeinsame Bemühungen kommunaler Organisationen und vereinzelter Unternehmen, die versuchten zumindest einige der aufgesetzten Standards umzusetzen, schlugen allerdings fehl, und es kam zu keiner erkennbaren Verbesserung- das Unglück von Rana Plaza konnte nicht verhindert werden. In dessen Folge unterschrieben mehr als 80 Bekleidungsmarken und Zulieferer den „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“. Das Abkommen bietet ein Kooperationsforum zwischen kommunalen Organisationen, Unternehmen und der Regierung mit dem erneuten Ziel die Situation für viele Angestellte zu verbessern. LPP hat dieses Abkommen noch nicht unterschrieben (Stand: Juli 2013). Das Management von LPP sah sich bei dem Unglück der Rana Plaza nicht in der Verantwortung, weder für die Opfer oder deren Familien (Entschädigung) noch für den Wiederaufbau des Gebäudes. Der Vize-Präsident von LPP erklärte, dass er sich für das Rana Plaza Unglück nicht schuldig fühle, und es deswegen nicht nötig sei Verantwortung für die Situation zu übernehmen.

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Wojciech Matusiak (2013): “Lepsze warunki pracy w Bangladeszu bez właściciela Cropp i Reserved”, Gazeta Wyborcza, 9 July (accessed 09.07.2013).

Case location
Dhaka, Bangladesh
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Affected topics
  • Menschen- und Arbeitsrechte
Affected norms and standards
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies

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