Jabil: Arbeitsrechtsverletzungen in China, Mexiko und Polen

Im September 2013 kritisierte China Labor Watch (CLW) öffentlich die Arbeitsbedingungen in einer chinesischen Fabrik in Wuxi. Die Fabrik von Jabil stellt Telefonhüllen für Apple her. Laut der Studie von CLW werden die Arbeiter zu Schichten von 12 bis 16 verpflichtet um die vorgegebenen Produktionszahlen zu erreichen. In dieser Zeit stehe ihnen nur eine Pause zu. Der Verdienst ist sehr niedrig, Überstunden werden nicht bezahlt, und das Unternehmen behält schon bei geringen Mängeln Teile des Lohnes ein.[1] Die Arbeiter leisten im Schnitt 100 Überstunden im Monat. Mit dieser unbezahlten „freiwilligen“ Mehrarbeit verdient das Unternehmen zusätzlich 8,3 Millionen Dollar pro Jahr. Jabil Wuxi wählt seine Arbeiter nach ihrem Alter und äußeren Erscheinen aus, und weibliche Bewerber müssen sich zudem einem Schwangerschaftstest unterziehen. Mit diesen Methoden bricht Jabil Wuxi als Zulieferer von Apple dessen Verhaltenskodex.  

Die Verhältnisse in der Fabrik von Jabil Wuxi sind keine Einzelfälle. CLW fand 2012 einen ähnlichen Fall in Jabils Fabrik in Shajing.[2] In Mexiko wurden Jabil ebenfalls Geschlechterdiskriminierung und Zwangsverpflichtung vorgeworfen. Die Arbeiter strengten ein Verfahren gegen Jabil an, um das Prinzip gleiche Vergütung bei gleicher Arbeit durchzusetzen. Mehrere beteiligte Arbeiter wurden nach dem Prozess von Jabil entlassen.[3]

Auch in Mitteleuropa steht Jabil in der Kritik. Zum einen profitiert Jabil in Polen von den Vergünstigungen in den Sonderwirtschaftszonen, obwohl es nicht in dem Maße wie angekündigt investiert hat. Gewerkschaften berichten zudem von schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen in der polnischen Fabrik Kwidzyń, die Konzerne wie Sharp und LG beliefert. Um Ausgaben zu vermeiden, sucht Jabil flexible Arbeitsverhältnisse, die häufig in Kurzzeitverträgen münden und durch Zeitarbeitsfirmen geregelt werden. Die 1.500 Kurzzeitarbeiter der Fabrik sind so dem ständigen Risiko ausgesetzt, ohne Mahnung oder Entschädigung entlassen zu werden. Die Arbeiter berichten wegen dieser mangelnden Sicherheit von erhöhten stressbedingten Erkrankungen.[4] 

[1] China Labor Watch (2013): Chinese workers exploited by U.S.-owned iPhone supplier: An investigation of labor conditions at Jab, 5.September:  www.chinalaborwatch.org/pro/proshow-182.html (abgerufen am 01.10.2013).

[2] China Labor Watch: Beyond Foxconn : Deplorable Working Conditions Characterize Apple’s Entire Supply Chain:http://chinalaborwatch.org/pro/proshow-176.html (abgerufen am 01.10.2013).

[3] Plaintiff group of Jabil workers (2010): Workers defending their rights are sacked at Jabil Mexico, 3. Dezember:http://goodelectronics.org/news-en/jabil-sacks-workers-that-demand-their-rights (abgerufen am 01.10.2013).

[4] CentrumCSR.PL (2013): Jabil – niestabilna polityka zatrudniania, 24. Juni: www.centrumcsr.pl/jabil-niestabilna-polityka-zatrudniania/ (abgerufen am 01.10.2013).

Case location
Wuxi, Jiangsu, China
China


Affected topics
  • Menschen- und Arbeitsrechte
Affected norms and standards Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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