G4S: Fahrlässige Einstellung eines psychisch kranken ehemaligen Soldaten

Danny Fitzsimons  diente seit seinem 16. Lebensjahr bei der britischen Armee und war an Auslandseinsätzen beteiligt, die für ihn eine hohe psychische Belastung darstellten.

2008, im Alter von 28 Jahren, wurde bei ihm eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert.  Ein Jahr später erhielt er von G4S  eine Stelle als Sicherheitsmann im Irak, die dort unter dem Namen ArmourGroup arbeitet. In Bagdad  erschoss Fitzsimons seine beiden Kollegen Paul McGuigan und Darren Hoare. Sie hatten getrunken und es kam zu einem kleinen Streit, woraufhin Fitzsimons seine Waffe zog. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade einmal 36 Stunden im Irak. Das irakische Gericht verurteilte ihn zu einer 20-jährigen Haftstrafe.  Seine Eltern sehen vor allem die Schuld bei G4S. Es sei nicht verantwortbar gewesen, ihm in seinem Zustand eine Waffe zu geben. Tatsächlich hatte G4S die umfangreichen Kontrollen, die mit jedem Mitarbeiter gemacht werden müssen, nicht vollständig durchgeführt.  In diesem  Fall wäre G4S nicht nur bekannt gewesen, dass Fitzsimons psychisch krank war, sondern auch, dass  er 2004 aus der Armee entlassen wurde, weil er einen Mann tötete und für schuldig erklärt wurde.  Ein Mitarbeiter von G4S hatte den Konzern mehrmals schriftlich auf Fitzsimons instabile Persönlichkeit aufmerksam gemacht und war der Meinung, Fitzsimons stelle ein zu hohes Risiko für die Öffentlichkeit dar. Das Unternehmen reagierte jedoch nicht auf diese Hinweise und stellte Fitzsimons ein.

Für Bob Shepherd, der selber ein Unternehmen für Sicherheitsdienstleistungen führt, ist das kein Einzelfall. Wüssten die britischen Steuerzahler, wie viele Menschen britische Sicherheitsfirmen auf dem Gewissen haben, wären sie geschockt, so Shephard.  Um diese Firmen besser überprüfen zu können, richtete die britische Regierung die „Security in Complex Environments Group“ (SCEG) ein, die jedoch laut Geschäftsführer Chris Sanderson nur geringen Einfluss habe und es zudem kaum eine Möglichkeit gebe, falsches Verhalten zu sanktionieren.

 

G4S wurde 2013 für den Public Eye Award nominiert.

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