G4S: Private Sicherheitsfirma nimmt in Israel Menschenrechtsverletzungen in Kauf

In den letzten Jahren hat sich ein großer Wandel in den durch Israel besetzten Gebieten Palästinas vollzogen. Immer mehr Aufgaben, die früher Sache des Militärs waren, werden heute von privaten Sicherheitsfirmen übernommen. Das britische Unternehmen G4S spielt dabei eine wesentliche Rolle.

2007 hat G4S einen Vertrag mit der Israel Prison Authority (IPA)  unterschrieben. Das Sicherheitsunternehmen belieferte vier Gefängnissen, die sich in Israel sowie in der besetzten Zone befinden, mit vollständigen Sicherheitssystemen. Darüber hinaus erhält Israel von G4S Ausstattungen für Kontrollstellen wie Metalldetektoren und Ganzkörperscanner.

Mit der Belieferung der israelischen Gefängnisse nimmt G4S in Kauf, dass die Häftlinge willkürlichen Bedingungen unterliegen und massiven Menschenrechtsverletzungen ausgeliefert sind. Israel behandelt die eigenen Staatsangehörigen nach Israelischem Recht, während die inhaftierten Palästinenser dem Militärrecht unterliegen. So haben zum Beispiel  Israelis nach einer Verhaftung schneller Anspruch einem Richter vorgeführt zu werden als Palästinenser. Palästinenser gelten zwei  Jahre früher als volljährig. Die Palästinenser in diesen Gefängnissen sind ihrer Grundrechte beraubt. Sie werden systematisch von ihren Aufsehern misshandelt, haben keinen Zugang zu Telefon und Medien und dürfen nur eingeschränkt Besuch bekommen.

G4S Unterstützung ist zudem ein Verstoß gegen die  4. Genfer Konvention.  Demnach dürfen Häftlinge, die in besetzten Zonen leben, nicht in das Gebiet des Besetzers gebracht werden. Genau bei diesem Transport ist G4S jedoch behilflich.

2013 wurde G4S für den Public Eye Award nominiert.

 

Affected topics
  • Menschen- und Arbeitsrechte
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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