Flextronics: Prekäre Arbeitsbedingungen in Malaysia

In Malaysia betreibt Flextronics mehrere Elektronikfabriken. Die Hälfte der Arbeiter in den drei Produktionsstätten sind Einwanderer, vor allem aus ländlichen Gegenden in Bangladesch, Nepal, Kambodscha, Myanmar oder Indonesien. Sie werden über Arbeitsagenturen angestellt, an die sie widerrechtlich exorbitante Vermittlungsgebühren für das flasche Versprechen zahlen müssen, ein direktes Vertragsverhältnis zu Flextronics einzugehen. Die Verträge mit den Agenturen werden oft nicht einmal in die eigene Sprache der Vertragsnehmer übersetzt. Sie bekommen nur einen geringen Lohn, sogar geringer als versprochen. Die Arbeiter verdienen durchschnittlich nur 200 Euro (entspricht der Armutsgrenze in Malaysia) für bis zu 26 Arbeitstage mit 12-Stunden-Schichten, obwohl der Vertrag Acht-Stunden-Tage vorsieht. Hinzu kommt das unbezahlte Pendeln zum Arbeitsplatz, das oft bis zu drei Stunden beträgt. Löhne werden mit bis zu sechs Monaten Verzögerung gezahlt, wobei Überstunden und Pausen nicht bezahlt werden. Krankmeldungen ziehen Lohnabzüge nach sich.

Die Angestellten von Flextronics werden in überfüllten Schlafsälen (bis zu 20 Menschen in einem Zimmer) untergebracht, wobei viele auf dem Boden schlafen müssen. Ihre Pässe werden von den Arbeitsagenturen zurückbehalten, was moderner Sklaverei gleichkommt. Den Arbeitern ist es untersagt, einer Gewerkschaft beizutreten. Schwangere Frauen werden sofort in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Die Arbeiter leiden auch unter Schlafentzug sowie Dehydrierung, die auf restriktiven Toilettenregeln beruht.[1]

Affected topics
  • Menschen- und Arbeitsrechte
Affected norms and standards Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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