Heckler & Koch: Export von Kleinwaffen

Saudi-Arabien: Im August 2011 berichteten deutsche Medien, dass das Waffenunternehmen Modern Industries Company (MIC) in Al-Kharj, das sich im Besitz der saudi-arabischen Regierung befindet, deutsche G-36 Sturmgewehre exportiert und damit gegen deutsches Exportrecht verstoßen hat. Heckler & Kochs G-36 Gewehre sind lizensiert für die Produktion bei MIC, das die Waffen auf Messen wie der IDEX 2011 auch präsentiert und zum Verkauf anbietet. Die Produktion der G-36 wird in Lizenz auch von Santa Bárbara Sistemas in La Coruña, Spanien, ausgeführt. Allerdings verbieten die deutschen Waffenexportbestimmungen die Vergabe von Lizenzen für die Waffenproduktion. [1]

Mexiko: Im Jahr 2010 leitete ein deutscher Staatsanwalt eine Untersuchung von Zeugenaussagen und Reisedokumenten ein, die vermuten lassen, dass H&K wissentlich und absichtlich G-36 Gewehre in vier mexikanische Provinzen geliefert hat, in denen es fortwährend zu bewaffneten Aueinandersetzungen kommt und andauernd Menschenrechtsverletzungen stattfinden: Chiapas, Chihuahua, Guerrero und Jalisco.[2] In Mexiko tobt ein erbitterter Drogenkrieg, dem in den vergangenen Jahren mehr als 30.000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Libyen: Gegen H&K wurde darüber hinaus auch wegen der Entdeckung seiner Sturmgewehre in Georgien und Libyen ermittelt. Libysche Rebellen haben nachweislich G-36 Sturmgewehre von H&K in ihrem Kampf gegen Diktator Muammar Gaddafi verwendet. Trotzdem bestreitet das Unternehmen den Verkauf von Waffen an Länder, über die ein Embargo verhängt wurde. H&K wollte außerdem weder bestätigen noch abstreiten, dass Muammar Gaddafis Sohn den Hauptgeschäftssitz des Unternehmens im Jahr 2003 besucht haben soll.

Georgia: 2008 deckte “Report Mainz” auf, dass georgische Spezialeinheiten H&K G-36 Gewehre im Konflikt gegen russische Truppen einsetzten. H&K gab zu Protokoll, dass es keine Waffen in das georgische Kampfgebiet exportiert, 2005 allerdings erfolglos eine Exporterlaubnis beantragt habe.[3]

Case location
Saudi Arabia
Saudi Arabia


Affected topics
  • Völkerrechtswidrige Waffen
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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