Chevron: Fracking

Chevron wendet in mehreren Regionen (China, USA Kanada, Argentinien, Osteuropa) weltweit die umstrittene Methode Fracking an, um Schiefergas abzubauen.[1]

Beim Fracking können unterirdische Schichten von Gas erreicht werden, die mit klassischen Abbaumethoden unzugänglich sind. Dabei wird mit extrem hohen Druck eine Mischung aus Wasser, Quarzsand und fast 600 Chemikalien (Arsen, radioaktives Material etc.) in den Boden gepresst, sodass die Schichten horizontal aufgebrochen werden. Die Rohstoffe werden so freigesetzt und können in horizontale Bohrlöcher und Speicher geleitet werden.[2] Allerdings zeigen Studien, dass sich der „Klimavorteil“ des Schiefergases gegenüber Kohle verflüchtigen wird. Hydraulisches Fracking wird aus mehreren ökologischen Gründen kritisiert. Insbesondere steht die Gefahr im Mittelpunkt, dass die verwendeten Chemikalien in das Grundwasser gelangen, denn undichte Stellen sind häufig.[3] Das Abwasser des Prozesses gefährdet die Arbeiter, die anliegenden Ortschaften und die Umwelt, wenn es nicht angemessen entsorgt wird. An vielen Orten, wo Fracking durchgeführt wird, ist das Grundwasser schon verseucht. Gesundheitliche Folgen des verseuchten Grundwassers sind leichter Schwindel, Kopfschmerzen und Asthma bis hin zu Krebserkrankungen und Hirnschäden.[4]

In Frankreich ist Fracking verboten, während Litauen und andere Länder Umweltschutzrichtlinien erlassen haben. [5] [6]

Die Dokumentation Drill Baby Drill des polnischen Regisseurs Lech Kowalski zeigt, wie Unternehmen verseuchtes Abwasser nach dem Fracking auf Feldern und in Flüssen verklappen, um die Kosten für die Aufbereitung des Wasser zu sparen. Arbeiter, die nicht danach handelten, würden ihre Entlassung riskieren.[7]

In Polen begann Chevron 2012 mit dem Abbau von Schiefergas. Anwohner von Żurawlów protestierten gegen die Bohrungen in ihrer Region. Das Unternehmen informierte die Landbesitzer nicht angemessen über die Folgen des Abbaus. Zudem hat die seismische Erkundung von Chevron dazu geführt, dass die Häuser in der Umgebung Risse bildeten und das Grundwasser verseucht wurde.[8] Im Ort Otyn stürzte wegen der Bohrungen eine Kirche ein.[9] Mehrere Gemeinden reichten bei der Europäischen Kommission eine Beschwerde ein, dass die Arbeiten des Unternehmens nicht den EU Standards zu Umweltschutz und öffentlicher Beteiligung entsprächen.[10] Die Kommission allerdings verwies in ihrer Antwort auf die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten.[11]

Seit etwa zwei Jahren protestieren die Anwohner erfolgreich gegen den Energiekonzern Chevron. Am Straßenrand der Felder sieht man neben einer Vielzahl an Transparenten mit den Aufschriften „No Fracking“, „Chevron go home“ und „Occupy Chevron“ auch auf Stöckern gespießte Gasmasken mit denen die Anwohner ihren Unmut Ausdruck verleihen. Sie haben sich vereinigt und konnten sich bis dato gegen den Bau des Probebohrturms wehren, indem Trecker die Zufahrt der Baumaschinen blockierten. Es wurden Unterlagen der Konzession gesammelt, Lücken in der Zulassung gefunden und schließlich Widerspruch eingelegt. Chevron hingegen pocht weiterhin auf seine Konzession. Derzeit laufen drei Anklagen gegen die Bewohner von Zurawlow wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt. [12]

[1] Chevron: Where We Operate. Developing Natural Gas From Shale Rock. Juli 2013; abgerufen am 12.09.2013

[2] Plumer, B. (2012): Can the problems with fracking be fixed? The Washington Post, 28. Februar; abgerufen am 23.09.2013

[3] Journalist Resource (2013): Fracking, shale gas and health effects. Research roundup, 23. September; abgerufen am 23.09.2013

[4] Josh Fox (2010): Gasland, Documentary, Light House Entertainment.

[5] Tara Patel (2011): France Vote Outlaws “Fracking” Shale for Natural Gas, Oil Extraction, Bloomberg, 1. Juli; abgerufen am 23.09.2013

[6] Bryan Bradley (2013): Lithuania Amends Shale-Gas Laws Ahead of Possible Chevron Deal, Bloomberg, 30. Mai; abgerufen am 23.09.2013

[7] Lech Kowalski (2013): Drill Baby Drill, Documentation; abgerufen am 23.09.2013

[8] Occupy Chevron Poland (2013): Solidarity of Warsaw with Żurawlów. We are with you on your struggle against Chevron, 25. Juni; abgerufen am 23.09.2013

[9] Marek Kryda (2013): W holenderskiej TV – gaz łupkowy i walące się polskie kościoły, 27. Juni; abgerufen am 23.09.2013

[10] European Parliament (2013): Parliamentary Questions. Subject:  Chevron Poland’s violations of the law and of the property rights and civic rights of owners of farm land in the village of Żurawlów, 20. Juni, abgerufen am 23.09.2013

[11] Answer given by Mr Potočnik on behalf of the Commission, 19. Juli 2013; abgerufen am 23.09.2013

[12] Deutschlandradio: Bauern gegen Weltkonzern, 24. Juni; abgerufen am 25.06.2014 

Case location
Żurawlów, Poland
Poland


Affected topics
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies

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