Areva: Uranabbau in Niger

Areva ist der zweitgrößte Uranproduzent in der Welt mit einem Marktanteil von 16% (2011). Das Unternehmen betreibt eine Vielzahl von Uranminen weltweit, darunter in Ländern wie Niger, Kanada, Australien und Kasachstan. [1] Ein Drittel seines Urans stammt jedoch aus bloß zwei Minen in der Republik Niger. Obwohl es seit jeher drittgrößter Uranproduzent der Welt ist, ist Niger eines der ärmsten Länder Afrikas. [2] Areva plant für das Jahr 2015 eine dritte Uranmine in Niger, die die größte in Afrika werden soll. [3]

Im Niger sind bereits die langfristigen Folgen des Uranabbaus zu erkennen, da hier seit 40 Jahren abgebaut wird. Laut einem Bericht von Greenpeace (2010) liegen die Werte der Wasser-, Luft- und Bodenkontamination in den Abbaustädten Arlit und Akokan weit über den internationalen Grenzen. [4] Zudem werden die Abraumreste von Areva nicht sicher entsorgt. Radioaktiver Staub und Radongas gelangen von den Abraumhalden ungefiltert in die Luft, was durch die enormen Abbaumengen verschärft wird. 

Im Mai 2012 erklärte ein französisches Gericht AREVA an dem Tod eines ehemaligen Minenarbeiters für schuldig. Der Mitarbeiter starb an Lungenkrebs, nachdem er über sieben Jahre lang regelmäßig uranhaltigen Staub einatmete, da ihm keine Schutzausrüstung bereitgestellt worden war. Er arbeitete für Cominak, einer Tochtergesellschaft von AREVA in Akokan, Niger. Es sei ein „unverzeihlicher Fehler“, urteilte das Gericht und ordnete eine Strafzahlung in Höhe von 200.00 Euro als Schadenersatz für die Familie des Angestellten an. [5] 

[1] AREVA (2013): Our worldwide presence (abgerufen am 01.10.2013)
[2] NIAMEY. (2013, October 05). Audit of Areva mines in Niger to conclude this month: ambassador. Abgerufen am 30. Oktober 2013 bei Reuters.
[3] AREVA (2013): Update on AREVA’s activities in Niger, 11. März; abgerufen am 02.10.2013
[4] Greenpeace. (2010). Left in the dust: AREVA’s radioactive legacy in the desert towns of Niger. Abgerufen am 29. Oktober 2013
[5]  Le Monde (2012): AREVA condamné après la mort par cancer d’un ex-salarié d’une mine d’uranium, 11. Mai, abgerufen am 02.10.2013
Case location
Arlit, Niger
Niger


Affected topics
  • Menschen- und Arbeitsrechte
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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