Schlechtes Zeugnis für Tech-Unternehmen: Kontrolle der Lieferketten ungenügend

 Der einzige deutsche Konzern schneidet besonders schlecht in der Kontrolle seiner Lieferanten ab - gerade in Malaysia | Bild (Ausschnitt): © Crazyblocks [CC0 1.0] - Wikimedia

In einer neuen Studie der NGO „KnowTheChain“ ist der Technologiebranche ein verheerendes Zeugnis ausgestellt worden. Untersucht wurde, inwieweit Zwangsarbeit unterbunden und Arbeitsrechte gewährleistet werden. In der Studie wurden sieben Kriterien (Absichtserklärungen, Verfolgbarkeit der Lieferketten, Erwerbspraxis, Personalbeschaffung, Stimme der Arbeitnehmer, Kontrolle der Umsetzung und Abhilfemaßnahmen) zu gleichen Teilen in einem „Hundertpunkteindex“ gewichtet. Insgesamt erreichten die bewerteten, weltweit 49 größten Unternehmen hierbei lediglich einen Score von durchschnittlich dreißig Punkten.   ... →

Katastrophen im Doppelpack: Bergbaukonzern Nornickel verursacht erneut massive Umweltverschmutzung in Sibirien

 Nornickel: Größter Arbeitgeber und Umweltzerstörer Nordrusslands | Bild (Ausschnitt): © Hans Olav Lien [CC-BY-SA 3.0] - Wikimedia

Der zweite Skandal in einem Monat: Nachdem erst Anfang Juni bekannt geworden ist, dass der russische Bergbaukonzern Nornickel über mehrere Tage ein Leck an einem Öltank über mehrere Tage verschwieg, wodurch 21.000 Tonnen Rohöl in den Ambanarja Fluss gelangten, ist nun ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie giftiges Produktionsabwasser in die umliegende Natur gepumpt wird.

Der Konzern erklärte daraufhin, die verantwortlichen Mitarbeiter*innen für den Umweltschaden bereits suspendiert zu haben und gab an, dass deren Verhalten gegen die operationellen Richtlinien des Unternehmens verstoßen würden.   ... →

Norwegischer Pensionsfonds wirft die brasilianischen Unternehmen Eletrobras und Vale aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung aus dem Portfolio

  Bild (Ausschnitt): © Ibama [CC-BY-SA-2.0] - Wikimedia

Am 13. Mai 2020 kündigte Norwegens „Government Pension Fund Global“ (GPFG) den Ausschluss mehrerer Unternehmen aus deren Portfolio an. Der GPFG ist der weltweit größte Staatsfonds, mit einem Vermögen von mehr als 1 Billion Dollar. Vom Investmentportfolio Ausgeschlossen wurden der Bergbau-Gigant Vale und Eletrobras, das größte Versorgungsunternehmen Lateinamerikas. Mit der Entscheidung folgt Norges Bank Investment Management (NBIM), die das Investitionsportfolio verwalten, einer Empfehlung des Ethikrates des GPFG, der befand, dass die beiden Unternehmen gegen die Umwelt- und Menschenrechtsbestimmungen des Fonds verstoßen würden.   ... →

Ölpest im Nigerdelta – Höchstes britisches Gericht entscheidet über Haftbarkeit von Öl-Multi Shell

Umweltzerstörung durch Ölförderung im Nigerdelta  Bild (Ausschnitt): © n.v. [Public Domain] - Wikimedia

Für über 40.000 Bewohner*innen der Ogale und Bille Gemeinschaften im Nigerdelta könnte der nächste Dienstag die verspätete Gerechtigkeit bringen, für die Sie seit Jahrzehnten kämpfen. Denn dann wird die Frage der Haftbarkeit Shells für anhaltende Ölverpestung und bisher ausgebliebene Aufräumarbeiten letztinstanzlich vor dem britischen Supreme Court entschieden. Die zentrale Frage, über die die Verfassungshüter zu entscheiden haben, ist, ob Shell für die Aktivitäten ihrer Tochterunternehmen in der Region verantwortlich ist und Schadensersatz für deren Säumnisse zahlen muss.   ... →

Weltbank, Exxon & Co im Ölrausch in Guyana

  Bild (Ausschnitt): © Chad Teer [CC-BY-2.0] - Wikimedia

Im Meeresboden vor der Küste Guyanas befinden sich 13,6 Milliarden Barrel Öl und 960 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Urgewald spricht in diesem Zusammenhang von einer Ölbombe, denn selbst wenn nur die Hälfte der Öl- und Gas-Reserven verbrannt würden, könnten die daraus resultierenden Emissionen eine Millarde Tonnen CO2 übersteigen. Das Ölprojekt würde dann aus der derzeitigen Kohlenstoffsenke Guyana – das Land ist zu über 80 Prozent von nahezu unberührtem Regenwald bedeckt – den größten Pro Kopf-Emittenten von CO2 weltweit machen.   ... →

Ölkatastrophe in Sibirien: Auch westliche Investoren finanzieren Nornickel

  Bild (Ausschnitt): © ESA [Public Domain] - Wikimedia

Die 21.000 Tonnen Diesel und Chemikalien des russischen Bergbauunternehmens Nornickel, die seit Ende Mai in den Abajarna Fluss gelangten, werden Flora und Fauna in der Polarregion noch Jahrzehnte beeinträchtigen. Umweltschützer*innen prognostizieren Auswirkungen vergleichbar mit der Tankerkatastrophe der „Exxon Valdez“ 1989 vor Alaska, die bis heute messbare Umweltschäden mit sich gezogen hat. Die von Aufräumarbeitern bis Sonntag entfernten 330 Tonnen Diesel zeugen von den enormen ökologischen und finanziellen Kosten, die der über Tage verschwiegene Unfall mit sich bringen wird.   ... →