Schlechtes Zeugnis für Tech-Unternehmen: Kontrolle der Lieferketten ungenügend

 Der einzige deutsche Konzern schneidet besonders schlecht in der Kontrolle seiner Lieferanten ab - gerade in Malaysia | Bild (Ausschnitt): © Crazyblocks [CC0 1.0] - Wikimedia

In einer neuen Studie der NGO „KnowTheChain“ ist der Technologiebranche ein verheerendes Zeugnis ausgestellt worden. Untersucht wurde, inwieweit Zwangsarbeit unterbunden und Arbeitsrechte gewährleistet werden. In der Studie wurden sieben Kriterien (Absichtserklärungen, Verfolgbarkeit der Lieferketten, Erwerbspraxis, Personalbeschaffung, Stimme der Arbeitnehmer, Kontrolle der Umsetzung und Abhilfemaßnahmen) zu gleichen Teilen in einem „Hundertpunkteindex“ gewichtet. Insgesamt erreichten die bewerteten, weltweit 49 größten Unternehmen hierbei lediglich einen Score von durchschnittlich dreißig Punkten.   ... →

Katastrophen im Doppelpack: Bergbaukonzern Nornickel verursacht erneut massive Umweltverschmutzung in Sibirien

 Nornickel: Größter Arbeitgeber und Umweltzerstörer Nordrusslands | Bild (Ausschnitt): © Hans Olav Lien [CC-BY-SA 3.0] - Wikimedia

Der zweite Skandal in einem Monat: Nachdem erst Anfang Juni bekannt geworden ist, dass der russische Bergbaukonzern Nornickel über mehrere Tage ein Leck an einem Öltank über mehrere Tage verschwieg, wodurch 21.000 Tonnen Rohöl in den Ambanarja Fluss gelangten, ist nun ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie giftiges Produktionsabwasser in die umliegende Natur gepumpt wird.

Der Konzern erklärte daraufhin, die verantwortlichen Mitarbeiter*innen für den Umweltschaden bereits suspendiert zu haben und gab an, dass deren Verhalten gegen die operationellen Richtlinien des Unternehmens verstoßen würden.   ... →

Ölpest im Nigerdelta – Höchstes britisches Gericht entscheidet über Haftbarkeit von Öl-Multi Shell

Umweltzerstörung durch Ölförderung im Nigerdelta  Bild (Ausschnitt): © n.v. [Public Domain] - Wikimedia

Für über 40.000 Bewohner*innen der Ogale und Bille Gemeinschaften im Nigerdelta könnte der nächste Dienstag die verspätete Gerechtigkeit bringen, für die Sie seit Jahrzehnten kämpfen. Denn dann wird die Frage der Haftbarkeit Shells für anhaltende Ölverpestung und bisher ausgebliebene Aufräumarbeiten letztinstanzlich vor dem britischen Supreme Court entschieden. Die zentrale Frage, über die die Verfassungshüter zu entscheiden haben, ist, ob Shell für die Aktivitäten ihrer Tochterunternehmen in der Region verantwortlich ist und Schadensersatz für deren Säumnisse zahlen muss.   ... →

Ölkatastrophe in Sibirien: Auch westliche Investoren finanzieren Nornickel

  Bild (Ausschnitt): © ESA [Public Domain] - Wikimedia

Die 21.000 Tonnen Diesel und Chemikalien des russischen Bergbauunternehmens Nornickel, die seit Ende Mai in den Abajarna Fluss gelangten, werden Flora und Fauna in der Polarregion noch Jahrzehnte beeinträchtigen. Umweltschützer*innen prognostizieren Auswirkungen vergleichbar mit der Tankerkatastrophe der „Exxon Valdez“ 1989 vor Alaska, die bis heute messbare Umweltschäden mit sich gezogen hat. Die von Aufräumarbeitern bis Sonntag entfernten 330 Tonnen Diesel zeugen von den enormen ökologischen und finanziellen Kosten, die der über Tage verschwiegene Unfall mit sich bringen wird.   ... →

Kinderarbeit auf Tabakplantagen: Noch immer traurige Realität

 Foto von Basil MK von Pexels  | Bild (Ausschnitt): © n.v.

Tabakkonsum ist in Deutschland rückläufig, dennoch boomt die Tabakindustrie weltweit. Das Genussmittel wird oftmals unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen angebaut und verarbeitet, auch von Kindern und Jugendlichen. Nun haben sich das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Projekt „Unfairtobacco“ der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt und Entwicklung zusammengetan, um auf Kinderarbeit in der Tabakbranche aufmerksam zu machen und die Unternehmen in die Verantwortung zu nehmen.   ... →

Deutsche Unternehmen bei menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht mangelhaft

 Kolibri5 auf Pixabay | Bild (Ausschnitt): © n.v. - Pixabay

2016 beendete die Bundesregierung einen Konsultationsprozess zur Umsetzung der UN Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGPs) mit der Maßgabe, dass bis 2020 mindestens 50% der deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter*innen freiwillig effektive Prozesse zur Achtung der Menschenrechte einführen sollen (wir berichteten). Andernfalls würden gesetzliche Vorgaben gemacht werden, so der aktuelle Koalitionsvertrag.   ... →