Autonome Waffensysteme stoßen bei Deutschen auf große Ablehnung

Berlin | 2. Februar 2021 – Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos, die von der internationalen NGO-Koalition Campaign to Stop Killer Robots in Auftrag gegeben wurde, lehnen 68% der Deutschen autonome Waffensysteme (sog. Killer Roboter) ab und äußern ethische Bedenken in Bezug auf Tötungsentscheidungen ohne menschliche Kontrolle.

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Die 1.002 Befragten in Deutschland konnten zu folgender Frage Stellung nehmen:

„Die Vereinten Nationen prüfen die strategischen, rechtlichen und moralischen Implikationen von tödlichen autonomen Waffensystemen. Diese Waffensysteme wären in der Lage, selbstständig Ziele auszuwählen und diese Ziele ohne menschliches Eingreifen anzugreifen. Sie unterscheiden sich damit von den heutigen „Drohnen“, bei denen Menschen Ziele auswählen und angreifen. Wie denken Sie über den Einsatz solcher tödlichen autonomen Waffensysteme im Krieg?“

Mehr als zwei Drittel der Befragten in Deutschland beziehen klare Stellung zum Einsatz von Killer Robotern und lehnt die sich abzeichnende technologische Entwicklung hin zum autonomen Töten ab. Diese Haltung steht im diametralen Verhältnis zur Abstimmung über ein Verbot autonomer Waffen im Deutschen Bundestag im Januar 2020, wo gut 80% der MdBs gegen ein solches Verbot votiert haben. Das Ergebnis der Umfrage steht auch für eine wiederholte Aufforderung an die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag, sich für einen multilateralen Vertrag einzusetzen, der autonome Waffensysteme völkerrechtlich verbindlich verbietet und menschliche Kontrolle über Gewaltanwendung sicherstellt.

In Deutschland ist die Ablehnung von Killer Robotern bei Frauen (73%) stärker ausgeprägt als bei Männern (62%).

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Über alle Generationen hinweg ist die Ablehnung von Killer Robotern in Deutschland grundsätzlich stark ausgeprägt und steigt mit zunehmendem Alter der Befragten sogar stetig an. Während 57% der Personen unter 35 Jahren den Einsatz von Killer Robotern nicht gutheißen, sind es bei 35 bis 49-jährigen Personen 64% und bei 50 bis 74-jährigen 78% der Befragten, die autonome Waffensysteme ablehnen.

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Die Befragten gaben verschiedene Ablehnungsgründe in Bezug auf autonome Waffen an: So sind 72% der Deutschen besorgt, dass Killer Roboter eine moralische Grenze überschreiten würden, weil Maschinen nicht töten dürfen. Etwa die Hälfte (48%) sagt, dass Killer Roboter „nicht rechenschaftspflichtig“ wären und ein ebenso ausgeprägter Grund für die Ablehnung von Killer Robotern beruht auf Bedenken, dass diese Waffen technischen Fehlern unterliegen würden (48%).

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Die repräsentative Umfrage wurde im Dezember 2020 in 28 Staaten durchgeführt.[1] Die Ergebnisse zeigen, dass eine beständige und starke öffentliche Ablehnung gegenüber dem Einsatz von autonomen Waffensystemen besteht. Durchschnittlich lehnen 62% der Befragten den Einsatz von tödlichen autonomen Waffensystemen ab; die Ablehnung dieser Waffen unter der deutschen Bevölkerung ist somit besonders stark ausgeprägt.

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In Deutschland bestätigt die aktuelle Umfrage bisherige Umfrageergebnisse zur Ablehnung von Killer Robotern durch die deutsche Bevölkerung. Die Ergebnisse der Umfrage von 2019 (YouGov), die die Meinung zu autonomen Waffensystemen in Verbindung zum Wahlverhalten abruft, sind online abrufbar. Die Ergebnisse der Umfrage von 2018 (Ipsos), die denselben Ansatz wie die aktuell vorliegende Umfrage verfolgt, sind ebenfalls online verfügbar.

 

Für Rücksprachen und Interviews steht zur Verfügung:

Thomas Küchenmeister
Facing Finance e.V., Geschäftsführender Vorstand
Sprecher der Kampagne Stop Killer Robots in Deutschland
Phone: +49 175 4964082
E-Mail: kuechenmeister@facing-finance.org
Website: www.killer-roboter-stoppen.de
Twitter: @KillerRoboterSt
Facebook: @KillerRoboter

 

[1] Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Peru, Polen, Russland, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Ungarn und USA. In jedem Staat wurde ein Befragungspool von 500 – 1.000 Personen bedient.