Zulieferer von H&M, Zara, Levis wegen starker Umweltverschmutzung in der Kritik

Mit Öl verschmutztes Wasser. |  Bild: © n.v.

Mit Öl verschmutztes Wasser. | Bild: © n.v.

Die jüngste Veröffentlichung der niederländischen Stiftung Changing Markets zeigt die immensen Auswirkungen der Umweltverschmutzung durch den weltweit größten Viskose-Produzenten Aditya Birla aus Indien auf, der Zulieferer für Modeunternehmen wie H&M, Zara und Levis ist. Durch verschmutzte Abwässer und Unfälle soll es laut der Stiftung zu mehreren Fällen von Krebs, Tuberkulose sowie Fehlgeburten und sogar zum Tod gekommen sein1.

Viskose wird aus dem Naturstoff Cellulose hergestellt, weshalb es oft als natürlich und umweltfreundlich beworben wird2. Tatsächlich aber kommen bei der Produktion verschiedenste Chemikalien zum Einsatz, deren Abfallprodukte Kohlenstoffdisulfid, Schwefelwasserstoff und Natriumhydroxid stark umweltschädigend sind und bei Kontakt schwere Krankheiten auslösen können1.

Aditya Birla besitzt eine Viskose-Fabrik in der Nähe der Stadt Nagda im Nordwesten Indiens. Changing Markets konnte anhand unabhängiger Messungen und der Dokumentation lokaler Nachrichten sowie persönlicher Gespräche den Zusammenhang zwischen dieser Fabrik und dem vermehrten Auftreten von Krankheiten in der Umgebung belegen. So sei in der Luft ein Kohlenstoffdisulfid-Gehalt gemessen worden, der das 125-fache des WHO-Grenzwertes beträgt. Bewohner flussabwärts der Fabrik berichten von Hautkrankheiten, die durch das Schwimmen im Fluss entstanden seien sowie von Krebs- und Tuberkulose-Erkrankungen. Mitarbeiter beklagen sich über schlechte Arbeitsbedingungen und unzureichende Schutzbekleidung. Herzkrankheiten und Vergiftungen seien für „einen Toten pro Monat“ verantwortlich1.

Nichtsdestotrotz gehören zu den Kunden des indischen Produzenten eine Vielzahl bekannter Textilfirmen: H&M, Burton, Next, Asos, Tesco, Matalan, Asda, Dockers, Van Heusen, Levi´s und Zara. Die betroffenen Unternehmen wollen nun die Vorwürfe überprüfen und gegebenfalls Maßnahmen einleiten3.

 

Finanzierung (Quelle: Thomson Reuters)

Die Commerzbank war 2017 an einem Kredit in Höhe von 700 Millionen Euro an H&M beteiligt.

 


  1. http://changingmarkets.org/wp-content/uploads/2018/02/DIRTY_FASHION_REVISITED_SPOTLIGHT_ON_A_POLLUTING_VISCOSE_GIANT-1.pdf [] [] []
  2. https://www.dormando.de/lexikon/viskose/ []
  3. http://www.independent.co.uk/news/business/news/hm-asda-next-supplier-leaks-cancer-causing-chemicals-factories-aditya-birla-india-a8232231.html []