HSBC verschärft Palmöl-Richtlinien – sind bessere ökologische und soziale Investment-Kriterien zu erwarten?

| Bild: © Retignano [CC BY-SA 3.0]

Nach starkem Druck ihrer Kunden und der Öffentlichkeit will die britische HSBC die eigenen Richtlinien bezüglich Geschäften mit Palmöl verschärfen. In Zukunft soll es nun laut Ankündigungen „keine Abholzung, keinen Torf [-Abbau] und keine Ausbeutung“ mehr geben.1

Die Bank betont allerdings, dass ihre Geschäfte mit der Noble Group und Posco Daewoo – beide in illegale Regenwaldrodung verwickelt – in Einklang mit den bestehenden Richtlinien gewesen seien. HSBC räumte in einer Stellungnahme ein, dass „der Finanzsektor eine größere Rolle spielen kann“ und dass das „öffentliche Interesse an diesen Fällen“ wahrgenommen werde.2

Die Richtlinienänderung von HSBC geht auf jeden Fall in die richtige Richtung. Nun müssen auch andere Banken striktere Richtlinien zum Wohle von Ökologie und Mensch in Bezug auf Palmöl durchsetzen. Die Anwendung und Umsetzung der neuen Richtlinien sowie allgemeine Arbeitsrechtsverletzungen bei HSBC werden weiter beobachtet und überprüft werden.

30.000 HSBC-Kunden sowie weitere 90.000 Menschen beklagten zuvor den Umgang der HSBC mit Palmöl, was schließlich zu den strikteren Richtlinien führte. Dies zeigt, dass Bankkunden durchaus Druck auf ihre Bank ausüben können, um diese zu mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit zu bewegen. Doch trotz dieses Teilerfolgs müssen die Geschäftspraktiken der HSBC auch in Bezug auf Menschenrechte noch deutlich verbessert werden. Die aktuelle fünfte Ausgabe unseres Dirty Profits Berichts belegt, dass ein konsequentes Bekenntnis zu sozialen und ökologischen Standards von Seiten der Bank weiter fehlt.3 Aus diesem sowie früheren Berichten geht hervor, dass die HSBC der größte Finanzierer von Konzernen wie Freeport-McMoran und Barrick Gold (Bergbau), dem Rohstoffhändler Glencore, dem Pharmakonzern Mylan, den Rüstungsherstellern Hanwha Corp und Leonardo sowie den Ölkonzernen ExxonMobil und Royal Dutch Shell ist. Die HSBC muss in den eigenen Richtlinien und ihren tatsächlichen Geschäften soziale und ökologische Faktoren deutlich konsequenter anwenden.


  1. http://www.businessgreen.com/bg/news/3004510/30-000-hsbc-customers-urge-bank-to-stop-financing-deforestation []
  2. http://www.hsbc.com/~/media/hsbc-com/video-transcripts/170220-transcript-stuart-gulliver-on-hsbc-updated-agricultural-commodities-policy.pdf []
  3. https://www.facing-finance.org/files/2017/02/DIRTY_PROFITS_5_WEB_korrigiert.pdf []