Deutsche Bank: Schluss mit Kohlefinanzierung?

Es klingt nach fabelhaften Neuigkeiten: im Rahmen der Paris Pledge for Action1 bekräftigt die Deutsche Bank in einer Stellungnahme2, sie werde „keine Finanzierungsverpflichtungen für neue Projekte zur Förderung von Kraftwerkskohle und den Neubau von Kohlekraftwerken eingehen“ und ihre Finanzierungen für den „Bereich Kraftwerkskohle“ schrittweise verringern. Damit schließt die Bank sich in Deutschland der Commerzbank an, und überholt andere Banken wie die DZ Bank, die LBBW und die UniCredit Bank, die nach wie vor keinen Ausstieg aus der Kohle angekündigt haben. Im internationalen Vergleich kann die Deutsche Bank jedoch nach wie vor nicht bestehen, denn Unternehmensfinanzierungen für die Betreiber von Kohlekraftwerken und Kohlebergbau schließt das Geldinstitut damit nicht aus.

Auch die NRO urgewald e.V.   kommt zu einem kritischen Urteil3: der Großteil der Investitionen in Kohlebergbau und –kraftwerke fände damit immer noch indirekt über Konzerndarlehen seinen Weg. So pflegt die Deutsche Bank beispielsweise weiterhin Geschäftsbeziehungen zu den Größen der Kohleindustrie, wie etwa KEPCO aus Südkorea oder dem indischen Konzern NTPC, die unter anderem in Vietnam und den Philippinen durch den Bau von Kohlekraftwerken die regionale Kohleabhängigkeit und den Klimawandel weiter vorantreiben.


  1. Paris Pledge for Action: Who’s joined?” http://parispledgeforaction.org/whos-joined/ []
  2. Deutsche Bank: Überarbeitete Richtlinie für die Kohlefinanzierung. https://www.db.com/newsroom_news/2017/medien/ueberarbeitete-richtlinie-fuer-die-kohlefinanzierung-de-11466.htm []
  3. urgewald e.V.: Kohleausstieg der Deutschen Bank? Leider noch nicht! https://www.urgewald.org/presse/kohleausstieg-deutschen-bank-leider-noch []