Weiterer Bergbau-Aktivist in Kolumbien ermordet

Aldemar Parra Garcia wurde tagsüber am 7. Januar dieses Jahres von zwei maskierten Männern auf einem Motorrad auf dem Weg von El Hatillo nach La Loma ermordet. Er war in einer lokalen Mine des Bergbauunternehmens Colombian Natural Resources (CNR) beschäftigt und engagierte sich stark in der lokalen Gemeinde und der dortigen Gewerkschaft. Aldemar setzte sich seit 2010 aktiv gegen die Zwangsumsiedlung der Bevölkerung ein, die drei Bergbauunternehmen (u.a. Drummond und Prodeco) durchsetzen wollen.

Der Mord an Aldemar ist jedoch kein Einzelfall. Leider folgt dieser Vorfall einer Reihe von Gewaltakten gegen die lokale Bevölkerung und Gewerkschafter in der Minenregion Cesar. Laut der Studie “Civil society under Threat”[1] sind in der Zeit seit 2012 mindestens 200 Menschen Opfer von Drohungen, gewaltsamen Übergriffen oder sogar Ermordungen geworden. Alle Opfer vereint ihr kritisches Engagement gegenüber der lokalen Minenindustrie. Zu den Taten bekennen sich hauptsächlich neo-paramilitärische Gruppen, die angeben, Interessen von Bergbauunternehmen und anderen lokalen Industriekonzernen zu schützen.

88 Organisationen aus 25 verschiedenen Ländern, darunter auch Facing Finance, verurteilen die Ermordung von Aldemar und gedenken seiner Familie.

Lesen Sie hier unsere Forderungen an die kolumbianischen Behörden und die dort tätigen Bergbauunternehmen.

[1] https://www.paxforpeace.nl/publications/all-publications/civil-society-under-threat 24.01.2017

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