Europäische Markenunternehmen fahren auf Kosten indischer ArbeiterInnen in der Schuh- und Lederindustrie Profite ein

Leather shoes Source: Pixabay, fudowakira0 Bild: © fudowakira0 [CC0 1.0] - Pixabay

Löhne, die an Stückzahlen gebunden sind und sich unterhalb des existenzsichernden Lohnniveaus befinden, Überstunden wegen hohen Produktionsdrucks, unzureichende Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen, schwach bis gar nicht entwickelte gewerkschaftliche Organisationsstrukturen, Diskriminierung, mangelnder Zugang zu medizinischen und Sozialversiche­rungs­leistungen – die Schuh- und Lederproduktion in Indien weist massive Arbeitsrechtsverletzungen auf. Dies konnte eine aktuelle, von SÜDWIND und INKOTA veröffentlichte Studie der Kampagne „Change Your Shoes“ nachweisen.1

Untersucht wurden im Rahmen dieser Studie die Arbeitsbedingungen von ArbeiterInnen in den Regionen Agrar und Ambur – den beiden bedeutendsten Produktionszentren für die indische Schuh- und Lederindustrie – anhand von insgesamt 232 Interviews, die mit den ArbeiterInnen in den dort ansässigen Fabriken geführt wurden.

Angesichts der katastrophalen Bedingungen, unter denen die ArbeiterInnen in den indischen Leder- und Schuhfabriken tagtäglich ihre Arbeit verrichten, fordert die Studie alle international agierenden Markenunternehmen, die Schuh- und Lederprodukte aus Indien beziehen, dazu auf, ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachzukommen. Die Geschäftsbeziehungen mit ihren indischen Zulieferfirmen müssen derart gestaltet sein, dass die ArbeiterInnen in diesen Betrieben existenzsichernde Löhne erhalten und Gefährdungen ihrer Gesundheit durch entsprechende Arbeitsschutzvorkehrungen vorgebeugt wird.


  1. Auf der Stelle (ge)treten. Arbeitsrechtsverletzungen in der indischen Leder- und Schuhindustrie, abgerufen am 05.10.2016 []
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