Rio Tinto zieht sich aus Pangunamine zurück und hinterlässt Kosten in Milliardenhöhe

Panguna ruins Bild: © madlemurs [CC BY-NC-ND 2.0] - flickr

Die Panguna-Kupfermine auf der Insel Bougainville im pazifischen Ozean wurde von 1972 bis 1989 von der Tochtergesellschaft Bougainville Copper Ltd. (BCL) des Konzerns Rio Tinto betrieben und gehörte zu den erfolgreichsten Anlagen des Konzerns1. Bougainville wurde, unter der Kolonialherrschaft Australiens, Papua Neuguinea zugeschlagen und verblieb dort auch nach dessen Unabhängigkeit 1975. Rund um die Mine entwickelten sich jedoch schwere Konflikte, aufgrund ihrer Gewinne einerseits und der Verursachung schwerer Umweltschäden andererseits. Dies führte zur Gründung von Rebellengruppen auf Bougainville und schließlich zu einem Bürgerkrieg gegen die Regierung in Papua Neuguinea. Etwa 20.000 Menschen verloren ihr Leben.  Erst 2001 wurde ein endgültiges Friedensabkommen unterzeichnet und Bougainville eine autonome Provinz von PNG.

Inmitten des Bürgerkriegs musste Rio Tinto 1989 die Arbeiten in der Kupfermine einstellen, die Mine ist weiterhin geschlossen. Wie Facing Finance bereits vor einigen Jahren berichtete2, blieben mehrere Klagen gegen Rio Tinto erfolglos, und der Konzern wurde für die schweren Umweltschäden nie zur Rechenschaft gezogen.

27 Jahre nach der Schließung der Mine gab das Unternehmen am 30. Juni dieses Jahres bekannt, seine Anteile an Bougainville Copper Ltd. (BCL), immerhin 53,8%, abzugeben. Damit weist der Konzern seine Verantwortung für die Umweltschäden von sich und vermeidet Aufräumkosten in Milliardenhöhe3. Rio Tinto plant, seine Anteile an BCL zu gleichen Teilen an die Provinz Bougainville und den Staat Papua-Neuguinea zu verteilen, mit der Begründung, den Dialog zwischen den beiden Parteien zu erleichtern4. Ganz im Gegensatz zu diesem Vorsatz wird jedoch befürchtet, dass die Aufteilung der Anteile an der Mine die Beziehung zwischen Bougainville und Papua Neuguinea schwer belasten könnte5.

Rio Tinto muss die Verantwortung für die hinterlassene Verwüstung selbst übernehmen. Insbesondere als Mitglied des UN Global Compact6 und als Unterzeichner der Freiwilligen Grundsätze zur Wahrung der Sicherheit und der Menschenrechte7 ist es die Pflicht des Konzerns, sein wirtschaftliches Handeln an die Einhaltung von Menschen- und Umweltrechten zu binden.

Anteilseigner an Rio Tinto gemäß morningstar

 


  1. http://www.ft.com/cms/s/0/c86ca6b8-3e90-11e6-8716-a4a71e8140b0.html, abgerufen am 23.08.2016 []
  2. https://www.facing-finance.org/de/database/cases/rio-tinto-human-rights-violations-panguna-copper-mine-png/, abgerufen am 23.08.2016 []
  3. https://business-humanrights.org/en/papua-new-guinea-as-rio-tinto-pulls-out-of-bougainville-mine-provincial-govt-opposes-transfer-of-shares-to-natl-govt-company%E2%80%99s-refusal-to-take-responsibility-for-legacy-issues?utm_source=Business+%26+human+rights+-+Weekly+Update&utm_campaign=65f1b81ff9-Weekly_Update_17_August_20168_16_2016&utm_medium=email&utm_term=0_3a0b8cd0d0-65f1b81ff9-174564237, abgerufen am 23.08.2016 []
  4. http://www.riotinto.com/media/media-releases-237_17638.aspx, abgerufen am 23.08.2016 []
  5. http://www.smh.com.au/world/billiondollar-mess-a-major-disaster-the-people-do-not-deserve-to-have-20160817-gquzli.html, abgerufen am 23.08.2016 []
  6. https://www.unglobalcompact.org/what-is-gc/mission/principles, abgerufen am 23.08.2016 []
  7. http://www.voluntaryprinciples.org/, abgerufen am 23.08.2016 []
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