PepsiCo: Abnehmer von Conflict Palm Oil aus Indonesien

Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette von Pepsi Cola. ©Walter Hergt Bild: © Walter Hergt [CC BY-NC 2.0] - flickr

Palmöl findet sich als Zutat in vielen verschiedenen Produkten; in Zahnpasta, Schokocreme oder als Zusatzstoff für „grünes“ Benzin. Doch die Produktion ist alles andere als grün, wie hinlänglich bekannt ist. Für die Plantagen wird in Indonesien, Malaysia oder Liberia Primärwald abgeholzt, oft einfach durch Brandrodung. Die Habitate vieler geschützter Arten wie dem Orang-Utan gehen dabei verloren. Auf den Plantagen selbst kommt es zu Kinderarbeit und anderen Arbeitsrechtsverletzungen. Industrielle Palmölplantagen verursachen erhebliche Probleme, weshalb mittlerweile der Begriff „Conflict Palm Oil“ gebräuchlich geworden ist.

Viele Unternehmen, Produzenten wie Abnehmer, haben sich mittlerweile Richtlinien gegeben, in denen sie beteuern, sich für eine  nachhaltige Produktion von Palmöl einzusetzen und u.a. ihre Lieferkette überprüfen zu wollen. Diese Richtlinien sollen den Schutz der Menschen- und Arbeitsrechte, des Regenwaldes und der Moorlandschaften sicherstellen.

Als einer der größten Getränke- und Nahrungsmittelhersteller hat auch PepsiCo. solche Richtlinien. Jetzt beklagen allerdings mehrere Organisationen die Schlupflöcher in diesen Richtlinien1. Für den Bericht „The Human Cost of Conflict Palm Oil“ haben die indonesische Arbeitsorganisation (OPPUK), Rainforest Action Network (RAN) und das internationale Arbeitsrechtsforum (ILRF) die Arbeitsbedingungen auf Plantagen in Sumatra untersucht, die von Indofood, einem Zulieferer von Pepsi, betrieben werden. Sie führten Interviews mit 41 ArbeiterInnen und überprüften deren Arbeitsverträge. Die Interviews deckten prekäre Arbeitsverhältnisse und eine unterdurchschnittlich niedrige Bezahlung der  ArbeiterInnen auf. Sie sind gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, erhalten unzureichende Sicherheitskleidung und arbeiten mit hochgiftigen Chemikalien. Teilweise berichteten die ArbeiterInnen von Kinderarbeit auf den Plantagen. Indofood verhindert außerdem gezielt die Bildung von Gewerkschaften2.

Auf beiden untersuchten Plantagen kommt es demnach zu erheblichen Verstößen gegen Menschen- und Arbeitsrechte, denn die Richtlinien von PepsiCo. gelten nicht für Indofood, einem JointVenture-Partner von PepsiCo. Indofood gilt als größter Nahrungsmittelkonzern Indonesiens, ist drittgrößter Palmölproduzent Indonesiens und Produzent aller PepsiCo-Produkte im Land.

PepsiCo. zieht sich also aus der Verantwortung. Als großer internationaler Konzern muss PepsiCo. jedoch auch von seinen Zulieferern fordern, dass seine Richtlinien und internationale Normen und Standards eingehalten werden.

Die ganze Studie „The Human Cost of Conflict Palm Oil“ finden Sie hier.


  1. http://news.nationalgeographic.com/2016/06/palm-oil-labor-exploitation-indonesia/, 08.06.2016, aufgerufen am 23.06.2016 []
  2. http://www.laborrights.org/publications/human-cost-conflict-palm-oil, 08.06.2016, aufgerufen am 23.06.2016 []
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