Die 50 größten CO2-Produzent*innen sollen für die Folgen des Klimawandels Verantwortung übernehmen

Am 22.September 2015 startete Greenpeace Südostasien gemeinsam mit philippinischen Taifun-Überlebenden eine Petition, die die philippinische Menschenrechtskommission auffordert zu prüfen, ob die Hauptverursacher*innen des Klimawandels rechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Auch Amnesty International, Attac und weitere Organisationen zählen zu den Unterstützer*innen1.

Der menschengemachte Klimawandel hat seine Ursache in jahrzehntelangen hohen Treibhausgasemissionen, die zu einem großen Teil durch Erdöl-, Erdgas-, Zement- und Kohlekonzerne und ihren ökonomischen Interessen ermöglicht und gefördert wurden. Die Philippinen haben aus diesem Grund unter immer heftigeren Naturkatastrophen zu leiden, die mittlerweile als Folgen des Klimawandels angesehen werden. Man erinnere sich an den Taifun Haiyan, der 2013 das Land verwüstete. In der Petition werden daher die 50 größten CO2-Produzent*innen beschuldigt, durch die von ihnen mit verursachten Naturkatastrophen die Menschenrechte von Philippiner*innen zu verletzen. Angeprangert werden die Aktivitäten von Unternehmen wie Chevron, ExxonMobil, BP und Shell.

Im April 2016 trafen sich nun Rechtsanwält*innen der Petition mit der Menschenrechtskommission des philippinischen Staates. Von ihnen gewählte Klimaeexpert*innen sollen den Zusammenhang zwischen Klimawandel und einer höheren Wahrscheinlichkeit für extreme Wetterphänomene darstellen. In der Untersuchung soll außerdem geprüft werden, ob die Praktiken und Investitionen der Unternehmen die Menschenrechte angemessen berücksichtigen2. Im Anschluss kann die Menschenrechtskommission Empfehlungen an die Regierung aussprechen und hat damit auch die Möglichkeit den rechtlichen Weg für mehr Klimagerechtigkeit zu ebnen.

Dabei gibt es allerdings viele Hürden zu überwinden, beispielsweise die Frage, ob ein Unternehmen, das in einem Land aktiv ist, für Folgen seiner Aktivitäten, die in einem anderen Land auftreten, überhaupt zur Rechenschaft gezogen werden kann. Umso wichtiger ist es, diese Unklarheiten mit fortschreitendem Klimawandel endlich zu klären, und Verantwortungen sichtbar und vor allem rechtlich einklagbar zu machen34.

Tragisch ist vor allem, dass die Menschen, die die Folgen des Klimawandels am härtesten zu spüren bekommen, nicht diejenigen sind, die von fossiler Energie auch am meisten profitiert haben. Es bleibt zu hoffen, dass diese Untersuchung mehr Klarheit darüber schaffen wird, wie Klimasünder*innen ihrer Verantwortung in Zukunft gerecht werden müssen.

Einen ausführlichen Artikel von Greenpeace auf Deutsch finden Sie hier.


  1. https://www.earthrights.org/media/fossil-fuel-companies-face-landmark-national-human-rights-complaint-climate-change , 22.09.2015, aufgerufen am 26.05.2016 []
  2. http://www.sustainablebusiness.com/index.cfm/go/news.display/id/26491 , 07.12.2015, aufgerufen am 26.05.2016 []
  3. http://www.theguardian.com/sustainable-business/2016/may/07/climate-change-shell-exxon-philippines-fossil-fuel-companies-liability-extreme-weather , 07.05.2016, aufgerufen am 26.05.2016 []
  4. http://www.scmp.com/news/asia/southeast-asia/article/1887014/philippine-typhoon-victims-prepare-lawsuit-against-fossil , 05.12.2015, aufgerufen am 26.05.2016 []
Recent Related Posts

Kommentare sind geschlossen.