Anführer von zivilen Protesten gegen Staudamm in Honduras ermordet

Seit 2013 hat Berta Cáceres eine Gruppe friedlichen Widerstands gegen ein Wasserkraftprojekts am Gualcarque Fluss, dem Agua Zarca Damm, in Honduras angeführt. Für die Bevölkerung der lokalen indigenen Gruppe der Lenca ist der Fluss heilig. Außerdem droht der Staudamm den Verlauf des Flusses zu verändern und die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und Nahrung zu beeinträchtigen.1 Die Kampagne um Berta Cáceres Treffen der lokalen Bevölkerung organisiert und den Fall vor die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte gebracht. Für diese Arbeit bekam Cáceres den Goldman Environmental Preis verliehen.2 Doch am 3. März dieses Jahres wurde Berta Cáceres in ihrem Haus in La Esperanza im Westen Honduras ermordet.

Nur zwei Wochen darauf wurde am 15. März mit Nelson Garcia ein weiteres Mitglied aus der Organisation von Cáceres (National Council of Popular and Indigenous Organizations of Honduras – COPINH) getötet. Er kam bei einem Einsatz der Polizei ums Leben, bei dem 150 Familien von ihrem Land umgesiedelt werden sollten.3

Die Ereignisse in Honduras wie auch der Staudamm selbst haben weltweit für Empörung gesorgt. Obwohl die ILO-Konvention 169 vorschreibt, dass indigene Bevölkerungsgruppen in ihr Land betreffende Entscheidungsprozesse mit einbezogen werden müssen, wurden die Lenca nach eigener Aussage nicht angehört. Für mehr als ein Jahr hat COPINH eine Blockade als Protest gegen das Bauvorhaben aufrechterhalten. Dies führte schließlich zum Rückzug des chinesischen Unternehmens SinoHydro aus dem Staudammprojekt.4 Auch die niederländische Entwicklungsbank FMO hat sich am 16. März aufgrund der anhaltenden Gewalt und Verletzung der Meinungsfreiheit aus allen Aktivitäten in Honduras zurückgezogen. Am Bau des Agua Zarca Damms wird sich FMO somit nicht beteiligen.5 Auch ein weiterer Unterstützer des Staudamms, FinnFund, hat sich kürzlich aus dem Projekt zurückgezogen.6 Die Zentralamerikanische Bank für Wirtschaftsintegration (CABEI) hat sich dagegen bislang noch nicht von dem Projekt distanziert.7

Trotz anhaltender Proteste und der Gewaltausbrüche hält das Unternehmen Desarrollos Energéticos S.A. (DESA) an dem Staudammprojekt fest. Auch deutsche Unternehmen sind an den Baumaßnahmen beteiligt.8 Voith Hydropower, ein Joint Venture zwischen Siemens und Voith, liefert drei Francis-Turbinen (mit einer Gesamtkapazität von 22 Megawatt), Generatoren und Automatisierungseinrichtungen und  übernimmt die Kontrolle, Montage und Inbetriebnahme für den Zarca Agua Damm. Voith gibt an, die Situation in Honduras mit seinem Kunden DESA zu besprechen, hat aber noch keine konkreten Konsequenzen daraus gezogen. Ein Statement von Voith Hydropower zu dem Mord an Berta Cáceres gibt es hier.

 

Investmentfonds, die laut onvista Anteile an Voith halten.

Investmentfonds, die laut onvista Anteile an Siemens halten.

Anteilseigner von Siemens laut Morningstar.


  1. https://act.oxfam.org/international/end-the-violence, aufgerufen am 17.03.2016 []
  2. http://www.nytimes.com/2016/03/04/world/americas/berta-caceres-indigenous-activist-is-killed-in-honduras.html?_r=1, 03.03.2016, aufgerufen am 17.03.2016 []
  3. http://canadians.org/blog/help-stop-agua-zarca-dam, 15.03.2016, aufgerufen am 17.03.2016 []
  4. http://www.nytimes.com/2016/03/04/world/americas/berta-caceres-indigenous-activist-is-killed-in-honduras.html, 03.03.2016, aufgerufen am 17.03.2016 []
  5. https://www.fmo.nl/k/n1771/news/view/28133/20819/fmo-suspends-all-activities-in-honduras-effective-imm, 16.03.2016, aufgerufen am 17.03.2016 []
  6. http://www.huffingtonpost.com/peter-bosshard/european-funder-suspend-s_b_9479642.html, 16.03.2016, aufgerufen am 17.03.2016 []
  7. http://www.banktrack.org/show/actionletters/civil_society_response_on_fmo_finnfund_suspension_loans_to_agua_zarca_project, aufgerufen am 17.03.2016 []
  8. http://www.voith.com/en/markets-industries/industries/hydro-power-224.html, aufgerufen am 17.03.2016 []
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