Studie gibt Handlungsempfehlung für mehr Nachhaltigkeit in der Lieferkette von Rohstoffen

Menschen und Arbeitsrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung und –zerstörung. Viele Unternehmen können nicht ausschließen, dass in ihrer Lieferkette verschiedenste ethische oder ökologische Standards verletzt werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn eine hohe Abhängigkeit von Zulieferern besteht, da Unternehmen sich teilweise auf die Angaben dieser verlassen müssen. Unternehmen können dabei verschiedene Anreize haben, ihre Lieferkette genauestens zu überwachen. Hierbei kann es sich um Druck von Seiten der Gesetzgeber handeln, aber auch um wettbewerbliche Gründe. In einer gemeinsamen Studie haben die German Graduate School of Management and Law in Heilbronn und die Universität Sussex anhand des Beispiels von Konfliktmineralien untersucht, wie sich Unternehmen um die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards bemühen.1

Insbesondere Schmuckhersteller, aber auch die Elektronikindustrie sind auf wertvolle Mineralien und Edelmetalle angewiesen, die in der Regel über Zulieferer bezogen werden. Doch der Abbau dieser Materialen geht häufig mit Verletzungen von Menschenrechten und/oder Umweltzerstörung einher. Zudem werden beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo und dessen Nachbarstaaten kriminelle Strukturen aufrechterhalten. Es stellt sich daher die Frage, wie die Unternehmen nun dafür Sorge tragen können, dass in ihren Produkten keine davon betroffenen Materialien enthalten sind.

Im Rahmen der Studie wurden 27 Supply Chain-Experten aus verschiedenen Branchen befragt. Dabei haben die Forscher drei weitverbreitete Strategien festgestellt.

Zum einen werden Compliance-Maßnahmen eingeführt, die die Implementierung von Verhaltenskodizes und Richtlinien sowie Vertragsklauseln mit den Zulieferern bezüglich ethischer Rohstoffbeschaffung umfasst.

Als weiteres Konzept wurde ein Commitment-Ansatz festgestellt. Hier wird den Zulieferern auf verschiedenen Wegen dabei geholfen, ihre Sorgfaltspflicht auszuüben. Dabei spielen zum Beispiel positive Anreizsysteme eine Rolle.

Das sogenannte analytische Muster hingegen wird von Unternehmen angewendet, die noch über keine Compliance-Maßnahmen verfügen. Diese Unternehmen analysieren beispielsweise die chemische Zusammensetzung ihrer Produkte, um somit die Herkunft der Materialien festzustellen.

Die Einbeziehung von Nachhaltigkeitsaspekten hat laut der Studie mehrere positive Effekte für die Unternehmen. Reputationsgewinne bei der Kundschaft, sinkende Kosten durch effektiveres Risikomanagement und steigende Marktanteile seien somit möglich. Die Forscher unterstrichen, dass die Umsetzung sozialer Verantwortung Vorteile für alle Beteiligten entlang der Lieferkette bringt. Die Erkenntnisse der Studie sind als konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen zu verstehen.

Hier geht es zu der Studie der German Graduate School of Management and Law

 


  1. http://epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12392:wertschoepfungskette-studie-zu-konfliktmineralien-gibt-handlungsempfehlungen&catid=120&Itemid=34, 09.02.2016, aufgerufen am 15.02.2016 []
Recent Related Posts

Kommentare sind geschlossen.