Kinderarbeit in mexikanischer Landwirtschaft an der Tagesordnung

Laut der DPA sind etwa 4 Millionen Mexikaner als Wanderarbeiter in der heimischen Landwirtschaft tätig. Darunter seien aber auch etwa 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche. Auch in Mexiko ist Kinderarbeit illegal – aufgrund von Armut und mangelnder Bildung jedoch gängig. Die Bürgervereinigung „Fuerza Migrante“ kritisiert jedoch bestehende Gesetze als harmlos und die Durchsetzung von Jugend- und Kinderschutz als mangelhaft. Es handele sich auf den Feldern teilweise um sklavenähnliche Zustände. 12 Stunden Arbeit in der prallen Sonne ohne entsprechenden Schutz seien üblich. Viele der Wanderarbeiter verdienen drei bis sieben Euro pro Tag.

Die mexikanische Regierung versucht in eigens eingerichteten Heimen auf die Bedürfnisse der Wanderarbeiter und ihrer Familien einzugehen. Auch Schulunterricht soll dort bereitgestellt werden. Doch die zur Verfügung gestellten Gelder scheinen zu gering zu sein, um ausreichende Kapazitäten zu schaffen. Überbelegung und Hygienemängel bestimmten das Leben in den Einrichtungen, so die „Fuerza Migrante“. Hinzu komme verbreiteter Alkoholismus – auch schon bei den Kindern.

Allerdings ist nicht nur in der Landwirtschaft Kinderarbeit Gang und Gebe. Im vergangenen Jahr haben mexikanische Behörden 63 Kinder zwischen 8 und 17 Jahren in einer Fabrik aufgefunden. Dort haben sie Gemüse verpackt – bei einem freien Tag pro Woche und für sechs Euro pro Tag.1

Kinderarbeit ist in Mexiko immer noch weit verbreitet, scheint aber dennoch langsam zurückzugehen. Eine gemeinsame Studie der Weltbank, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und UNICEF zeigt diesen positiven Trend, weist aber weiterhin auf die Dringlichkeit dieser Problematik hin. In ländlichen Gegenden ist Kinderarbeit doppelt so häufig anzutreffen als in der Stadt.2

Investoren und Unternehmen müssen bei ihren Tätigkeiten in Mexiko genauestens darauf achten, dass in ihrer Lieferkette Kinderarbeit ausgeschlossen werden kann. Kinderarbeit darf nicht von vornherein ausschließlich mit Afrika oder Asien in Verbindung gebracht werden, sondern muss aktiv auch in anderen Teilen der Welt bekämpft werden. Human Rights Watch weist darauf hin, dass es nicht ausreicht, Kinderarbeit schlicht zu verhindern. Da Familien häufig vom Einkommen der Kinder abhängig sind, muss für diese ein Ausgleich geschaffen werden. Nur so können Kinder statt zu arbeiten zur Schule gehen.3


  1. http://www.ibtimes.com/mexico-child-labor-over-60-children-found-working-vegetable-packing-factory-northern-2062954, 21.08.2015, aufgerufen am 08.02.2016 []
  2. http://www.worldbank.org/en/news/feature/2013/01/18/children-at-work-in-mexico-still-a-major-issue, 18.01.2013, aufgerufen am 08.02.2016 []
  3. https://www.hrw.org/news/2015/01/12/helping-reduce-child-labor-farms, 12.01.2015, aufgerufen am 08.02.2016 []