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Dundee Precious Metals: Umweltvergiftungen in Armenien und Namibia

In dem kleinen Dorf Geghanush im Süden Armeniens regt sich Widerstand gegen das kanadische Bergbauunternehmen Dundee Precious Metals (DPM) und dessen lokales Tochterunternehmen, das in der Region Syunik verschiedene Edelmetalle abbaut. Laut einer Petition von 184 Bewohnern von Geghanush bedrohen die Rückhaltebecken der Mine, die DPM reaktiviert hat und nun für seine Rückstände nutzt, die Menschen, Tiere und die Umwelt in der Region. In der Petition schildern die Bewohner des Dorfes Ernteausfälle, gesunkene Geburtenraten bei Tieren und beinahe unfruchtbare Böden durch die schnelle Überflutung der Becken. Außerdem wird von einem bestialischen Gestank berichtet.1

Obwohl diese Lebensbedingungen und der Zusammenhang mit den Rückhaltebecken bekannt gewesen sei, habe es weder von Unternehmens- noch von Behördenseite Untersuchungen zu den Gesundheitsrisiken für die lokale Bevölkerung gegeben. Da die Becken in Geghanush von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung mitfinanziert wurde, fordern die Unterzeichner der Petition Kompensationsleistungen, die internationalen Standards entsprechen.

Als Reaktion auf die Vorwürfe hat DPM Ermittlungen und Treffen mit den Unterzeichnern der Petition angekündigt.2 Ob sich hieraus eine Besserung der Situation der Bewohner von Geghanush ergibt, bleibt jedoch abzuwarten.

Die Situation des Dorfes Geghanush ist kein Einzelfall. So berichtet die Organisation Bankwatch, dass es in der Region um Tsumeb, Namibia, zu Verunreinigungen von Boden, Luft und Wasser mit Arsen, Schwefeldioxid und anderen Schwermetallen kommt. Arsen ist ein Abfallprodukt, das bei der Weiterverarbeitung von Kupfer entsteht.3 Das Kupfer aus Dundee´s Chelopech-Mine in Bulgarien, für die das Unternehmen ebenfalls finanzielle Unterstützung durch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung erhalten hat, wird nach Tsumeb gebracht und dort weiter verarbeitet.4 Die Bemühungen von DPM, die Vorwürfe aus der Welt zu räumen, sind nicht besonders intensiv. So zeigt sich das Unternehmen nicht sehr kooperationswillig bei der Bereitstellung von Informationen zu möglichen Gesundheits- und Umweltrisiken.5

Investmentfonds, die laut onvista Anteile an Dundee Precious Metals halten.

Anteilseigner laut Morningstar.

 


  1. http://www.ecolur.org/en/news/mining/geghanush-residnets-demanding-to-compensate-damages-caused-by-geghanush-tailing-dump/7929/, 28.12.2015, aufgerufen am 04.02.2016 []
  2. http://business-humanrights.org/en/armenia-residents-demand-compensation-for-harms-to-health-environment-by-geghanush-tailing-dump-operated-by-dundee-precious-metals-includes-firm%E2%80%99s-comments, aufgerufen am 04.02.2016 []
  3. http://bankwatch.org/news-media/for-journalists/bankwatch-in-the-media/dundee-accused-stockpiling-arsenic-tsumeb, 24.11.2015, aufgerufen am 04.02.2016 []
  4. http://bankwatch.org/news-media/blog/exporting-toxic-pollution-europe-namibia, 19.11.2015, aufgerufen am 04.02.2016 []
  5. http://bankwatch.org/news-media/for-journalists/press-releases/bankwatch-statement-hazardous-arsenic-waste-dundee-operati, 01.12.2015, aufgerufen am 04.02.2016 []