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Amnesty-Bericht widerspricht Shells Angaben zu Ölverschmutzungen in Nigeria

Laut Amnesty International stellt sich Shells Behauptung, die durch Öl verursachten Verschmutzungen im Nigerdelta bereinigt zu haben, als unwahr heraus. Schon 2011 stellte das UN-Umweltprogramm UNEP schwerwiegende Umweltverschmutzungen im Ogoniland fest, hervorgerufen durch Öl aus Shells Pipelines. Shell versprach daraufhin, die verschmutzten Gebiete zu sanieren1.

Entgegen Angaben von Shell wurden die Verschmutzungen allerdings wohl nicht beseitigt. Amnesty International und CEHRD führten Untersuchungen in vier der verschmutzten Gebieten durch und kamen zu dem Schluss, dass die Sanierungen unzureichend durchgeführt worden sind1.

Laut Shell sollen im Niger-Delta seit 2007 insgesamt 1.693 Unfälle zum Auslaufen von 55.809.000 Liter Öl geführt haben. Amnesty schätzt die Dunkelziffer an Unfällen weitaus höher ein. Die Verschmutzung betrifft Felder, Flüsse und das Grundwasser2.

Auf die Vorwürfe hin erklärte Shell, dass eine Großzahl der Unfälle auf Öldiebstahl zurückzuführen ist. Nach nigerianischem Recht muss allerdings das Unternehmen alle durch die Pipelines hervorgerufenen Verschmutzungen beseitigen, unabhängig davon, wie sie entstanden sind2.


  1. Amnesty.de: Ölpest in Nigeria: Falsche Behauptungen von Shell, http://www.amnesty.de/2015/11/3/oelpest-nigeria-falsche-behauptungen-von-shell, 03.11.2015, aufgerufen am 09.11.2015 [] []
  2. Greenpeace-magazin.de: Shell hat gelogen: Ölpest im Nigerdelta nicht beseitigt, https://www.greenpeace-magazin.de/nachrichtenarchiv/shell-hat-gelogen-oelpest-im-nigerdelta-nicht-beseitigt, 03.11.2015, aufgerufen am 09.11.2015 [] []