Obama-Regierung genehmigt Shell umstrittene Ölbohrungen in der Arktis

Am Montag erteilte das US-Innenministerium dem Ölkonzern Royal Dutch Shell die lang bemühte Genehmigung in der ölreichen Tschuktschensee vor der Küste Alaskas unterhalb des Meeresbodens zu bohren.1 Bereits im Mai waren Bohrungen in den höheren Ebenen gestattet worden, jedoch fehlte dem britisch-niederländischen Konzern bis dahin noch eine spezielle Sicherheitsausrüstung, um Lecks zu verhindern.2

Das Gebiet in der Arktis gilt als heiß umkämpft: Forscher vermuten unter dem eisigen Gewässer bis zu 90 Milliarden Barrel ÖL3 also 30 Prozent der weltweit ungenutzten Vorkommen.2 Die durch den Klimawandel begünstigte rasante Eisschmelze am Nordpol ermöglicht nun Bohrungen in den bisher unerreichbaren Gebieten. Der Wettlauf der Anrainerstaaten um das schwarze Gold scheint durch die Genehmigung der USA an Fahrt aufzunehmen. Dabei stellt sich die Frage, in wie weit die Förderung fossiler Energieträger in der Polargegend im Einklang mit den von den Obama-Regierung ehrgeizig angestrebten Klimazielen steht.4 Auch der weiterhin niedrige Ölpreis scheint Unternehmen nicht davon abzuhalten, Bohrprojekte in der Arktis voranzutreiben.

Umweltschützer kritisieren derweil scharf das Vorgehen in der Arktis: Nicht nur, dass Tiere, Bewohner und Ökosystem durch den voranschreitenden Klimawandel sowie schon einer Gefahr ausgesetzt seien. Hinzukomme nun ein durch tiefe Temperaturen, driftende Eisberge und schwere Stürme begünstigtes enormes und kaum kontrollierbares Unfallrisiko in einer Region, die wegen der langen dunklen Winter ohnehin nur einige Monate im Jahr zugänglich sei. (( Greenpeace: Bildungsmaterial Arktis, April 2015, abgerufen am 19.08.2015 ))


  1. Süddeutsche Zeitung: Obama-Regierung erlaubt Shell Öl-Bohrung in Alaska, 18.08.2015, abgerufen am 19.08.2015 []
  2. Süddeutsche Zeitung: Wettlauf am Nordpol, 19.08.2015, abgerufen am 19.08.2015 [] []
  3. Greenpeace: Bildungsmaterial Arktis, April 2015, abgerufen am 19.08.2015 []
  4. Tagesschau: Klimaschutz-Überraschung in Peking, 12.11.2014, abgerufen am 19.08.2015 []
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