GlaxoSmithKline konfrontiert mit weiteren Korruptionsvorwürfen – Geldzahlungen an rumänische Ärzte

Während sich der weltweit sechst größte Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) bereits mit Korruptionsskandalen in Osteuropa, im Nahen Osten und in China konfrontiert sieht,1234 werden gegenwärtig weitere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben. Die E-Mail eines mutmaßlich internen Informanten wecken den Verdacht, dass in Rumänien zwischen 2009 und 2012 fragwürdige Zahlungen geleistet wurden, um den Verkauf der Produkte von GSK zu erhöhen. Bestätigt sich der Verdacht, reiht sich der Fall nahtlos in die lange Liste der Ungereimtheiten bei Geldtransfers des Unternehmens ein und zeigt, inwieweit der Vertrieb von Produkten langjährig und systematisch durch illegale Verschreibungsanreize befördert wurde. Dabei haben Ärzte in Rumänien angeblich hunderte oder sogar tausende Euros erhalten, um im Gegenzug die Medikamente des Konzerns bevorzugt zu verordnen.5 Zusätzlich dazu ergaben sich weitere finanzielle Vorteile für die Mediziner in Form bezahlter internationaler Reisen und durch die Vergütung nicht gehaltener Vorträge.6

Trotz der neuen Vorwürfe beteuert der Konzern weiterhin an seinen Reformbemühungen festzuhalten sowie Verschreibungen seiner Produkte nicht mehr durch fragwürdige Zahlungen zu beeinflussen.6 Bereits im Dezember 2013 hatte GSK versprochen, zukünftig auf direkte Zahlungen an Mediziner für Vorträge oder Teilnahmen an internationalen Konferenzen zu verzichten.5 Diese Einsicht ist vor allem auf das verstärkte Durchgreifen der chinesischen, britischen und US-amerikanischen Behörden zurückzuführen, die gegen finanzielle Zuwendungen für Ärzte durch die Pharmaindustrie vorgehen.789

Eine entschiedene politische Kontrolle ist notwendig, um die Beeinflussung von Ärzten durch Pharmakonzerne zu verhindern. Tim Reed von Health Action International kommentierte bereits nach den Bestechungsvorwürfen 2013 in China, dass GSKs Beteuerungen, solche Zahlungen langfristig abzuschaffen, durch eine starke staatliche Kontrolle sichergestellt werden müsse.9 Denn die bloße Ankündigung von GSK, bis 2016 keine illegalen Zahlungen mehr zu dulden, ist offensichtlich nicht ausreichend, wie die ursprüngliche Verschweigung der neuen Vorfälle in Rumänien zeigt.6


  1. Forbes:  Global 2000: The Biggest Drug Companies of 2014, 2014, abgerufen am 19.08.2015 []
  2. The Anticorruption Blog: GSK BRIBERY CASE – END OF THE MATTER?, 06.10.2014, abgerufen am 19.08.2015 []
  3. BBC NEWS: UK drug company Glaxo ‘paid bribes to Polish doctors’, 14.04.2014, abgerufen am 19.08.2015 []
  4. REUTERS: Drugmaker GSK investigating corruption allegations in UAE, 07.10.2014, abgerufen am 19.08.2015 []
  5. REUTERS: Exclusive: GSK faces new corruption allegations, this time in Romania, 29.07.2015, abgerufen am 19.08.2015 [] []
  6. Fierce Pharma: GSK bribery allegations crop up in Romania, 30.07.2015, abgerufen am 19.08.2015 [] [] []
  7. The New York Times: China Fines GlaxoSmithKline Nearly $500 Million in Bribery Case, 19.09.2014, abgerufen am 19.08.2015 []
  8. REUTERS: UK fraud office liaising with China on GSK bribery case, 23.07.2014, abgerufen am 19.08.2015 []
  9. Financial Times: GSK scraps sales rep targets after scandal, 16.12.2013, abgerufen am 19.08.2015 [] []
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