Shell: Was tun mit der fossilen Energie?

Royal Dutch Shell, mit einem Umsatz von mehr als 450 Milliarden Dollar und einem Gewinn von  mehr als 16 Milliarden Dollar im Jahr 20131, ist ein beliebtes Anlageziel für Investoren weltweit- allein die Banken, die Facing Finance in seinem letzten Dirty Profits-Bericht untersucht hatte, hielten Anteile in Höhe von insgesamt 22 Milliarden Euro an dem Energieunternehmen2.

Das Unternehmen gibt dabei selbst an, in eben dem Jahr 2013 direkte Emissionen von 73 Millionen und indirekte Emissionen von 10 Millionen Tonnen verursacht zu haben3. Dies entspricht zusammen dem jährlichen Energieverbrauch von mehr als 7,5 Millionen Haushalten.4

Viele Investoren fordern deshalb von den Energieunternehmen eine Umorientierung von der fossilen hin zu erneuerbaren Energien. Auch Shell hat solche klimabewussten Anteilseigner. Mehr als 50 Investoren haben sich 2012 zu der Initiative „Aiming for A“ zusammengeschlossen5, um bei Unternehmen wie Shell auf ein besseres Klimabewusstsein hinzuwirken. Es soll erreicht werden, dass Shell in die „A“-Liste des Carbon Disclosure Projects aufgenommen wird6. Diese Investorengruppe hat im Dezember 2014 für Shells kommende Hauptversammlung im Mai 2015 eine außerordentliche Entschließung beantragt7, die von der Unternehmensleitung offiziell unterstützt wird8. Demnach sollen die Anteilseigner beschließen, dass die jährliche Berichterstattung von 2016 an folgende Punkte umfassen soll:

  • Steuerung der operationalen Emissionen (Ongoing operational emissions management)
  • Anpassungsfähigkeit der Unternehmungen an Szenarien des Klimawandels (Asset portfolio resilience to post-2035 scenarios)
  • Umstellung auf kohlenstoffarme Energie (Low carbon energy R&D and investment strategies)
  • kritische Erfolgsfaktoren und Bonussystem für die Unternehmensführung (Strategic KPIs and executive incentives)
  • öffentliche Stellungnahmen (Public policy interventions)

NGO-Vertreter begrüßten die Initiative „Aiming for A“ als einen „Wendepunkt“ und einen „Sieg für das Klima“ und sehen in diesem aktiven Verhalten der Anteilseigner eine gute Möglichkeit, dem Klimawandel zu begegnen.7

Andere Investoren gehen jedoch einen anderen Weg und stoßen die Anteile an fossilen Energieunternehmen ab, weil sie ein klares Zeichen für den Klimaschutz setzen wollen. Sie gehen von einer Kohlenstoffblase aus, wonach mindestens zwei Drittel der fossilen Energievorkommen unangetastet bleiben müssen, wenn das proklamierte Ziel einer Erderwärmung von 2 Grad Celsius erreicht werden soll9.

Facing Finance schließt sich dieser Forderung an und unterstützt den Global Divestment Day am 13. und 14. Februar, an dem eine weltweite Kampagne dazu aufruft, fossile Investments abzustoßen10. Zudem rufen wir Bankkunden dazu auf, Kreditinstituten, die in Unternehmen wie Shell investiert sind, ihr Vermögen und ihre Einlagen zu entziehen und auf nachhaltige Anlageformen zu setzen.


  1. http://www.shell.com/global/aboutshell/at-a-glance.html []
  2. http://www.facing-finance.org/publications/dirty-profits-3/dirty_profits_3_-_analysis_-_141001_02102014/ []
  3. http://www.shell.com/global/environment-society/environment/climate-change/greenhouse-gas-emissions.html []
  4. http://www.epa.gov/cleanenergy/energy-resources/calculator.html#results []
  5. http://www.churchinvestorsgroup.org.uk/system/files/documents/James%20Corah/BP%20Shell%20AGM%202015%20Institutional%20Co-Filing%20Group%202nd%20Feb%202015%20Final.pdf []
  6. https://www.cdp.net/en-US/Pages/events/2014/cdp-leaders.aspx []
  7. http://www.theguardian.com/environment/2015/jan/29/shell-urges-shareholders-to-accept-climate-change-resolution [] []
  8. http://s06.static-shell.com/content/dam/shell-new/local/corporate/corporate/downloads/pdf/investor/presentations/2015/response-to-shareholders-29jan2015.pdf []
  9. http://www.theguardian.com/environment/2013/apr/19/carbon-bubble-financial-crash-crisis []
  10. http://gofossilfree.org/ []