Unternehmen bringen Afrika um notwendige finanzielle Mittel

Eine im Februar 2015 veröffentlichte Studie des Hohen Rates für Illegale Finanzströme (High Level Panel on Illicit Financial Flows, IFFs) zeigt, wie Afrika jedes Jahr durch betrügerische Systeme zwischen multinationalen Unternehmen und Regierungen bis zu 50 Milliarden USD verliert. Dieser Betrag ist doppelt so hoch wie die jährlichen Entwicklungszahlungen für den Kontinent1. Afrika sei daher ein Nettogeber für den Rest der Welt bezeichnen2.

Illegale Finanzströme haben schwere Auswirkungen auf die Entwicklung afrikanischer Länder und der Grundversorgung ihrer Bevölkerungen. Instrumente für illegale Finanzströme sind “missbräuchliche Transferpreise, Preismanipulationen im Handel, falsche Rechnungslegung für Leistungen und immaterielle Güter und ungleiche Verträge, alle mit dem Ziel der Steuervermeidung, Steuerhinterziehung und illegaler Devisenausfuhr”3.

Thabo Mbeki, Vorsitzender des Hohen Rates und ehemaliger Präsident von Südafrika, zieht in seinem Vorwort der Studie den Schluss, dass “große Konzerne mit Abstand die wichtigsten Verursacher illegaler Geldströme” aus Afrika sind, auf sie fallen 65% der IFFs.4 Er brachte dies damit in Verbindung, dass sie die Mittel für die beste Rechtsberatung, Buchhaltung oder Bankverwaltung hätten. Er forderte die Zielländer der illegalen Finanzströme auf, diese zurückzuführen und die Verursacher gerichtlich zu belangen. Es müsse gesichert sein, dass Finanzinstitute nicht von dem Kapital aus Afrika profitierten5.

Der Rat sieht in der Beendigung der IFFs einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Post-2015 Entwicklungsagenda.


  1. http://www.uneca.org/iff []
  2. http://www.uneca.org/publications/illicit-financial-flow []
  3. http://www.uneca.org/sites/default/files/publications/iff_main_report_english.pdf, S.24 []
  4. ibid. []
  5. http://www.uneca.org/sites/default/files/publications/iff_main_report_english.pdf []
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