Zulieferer von Wilmar International Ltd. entsprechen nicht den Nachhaltigkeitsprinzipien des Agrarkonzerns

Laut einem neuen Bericht der indonesischen NRO Greenomics wendet Wilmar International Ltd.  seine Nachhaltigkeitsgrundsätze derzeit nicht auf Drittanbieter an.1 Mit der im Dezember 2013 veröffentlichten Richtlinie verpflichtet sich der indonesische Agrarkonzern dazu, die Entwicklung von Palmölplantagen in sensiblen Waldgebieten zu vermeiden. Dabei sollen insbesondere die Erschließung und Brandrodung von Waldflächen mit hohem Kohlenstoffbestand (HCS) und torfhaltigen Böden beendet sowie die Rechte der Landbesitzer und der indigenen Bevölkerung respektiert werden.2 Dessen ungeachtet sieht Wilmar die vollständige Umsetzung dieser Richtline über die Zulieferkette hinweg erst für Dezember 2015 vor.1

Um jedoch konkrete Ergebnisse zu erreichen, muss Wilmar’s Selbstverpflichtung zeitnah auf die gesamte Zulieferkette ausgeweitet werden. Nachforschungen von Greenomics zufolge fahren Drittzulieferer von Wilmar International weiterhin mit der Rodung sensibler Waldregionen in Indonesien fort, laut Greenomics die Palmölproduzenten PT Citra Sawit Cemerlang (CSC) und PT Permata Sawit Mandiri (PSM) als Lieferanten von Malaysia‘s Genting Plantagen sowie PT Langgam Inti Hibrindo (LIH) als Tochtergesellschaft von Provident Agro.1 CSC und PSM betreiben Palmölplantagen in der Provinz West-Kalimantan auf dem indonesischen Teil Borneos und halten Genehmigungen für die Erschließung von HCS Wäldern sowie sensiblem Orang-Utan Lebensraum. LIH wiederum wird mit der Rodung bewaldeter Torfböden auf der indonesischen Insel Sumatra in Verbindung gebracht, die allgemein als wichtiger CO2-Speicher anerkannt sind.1  

In Reaktion auf den Greenomics-Bericht hat Wilmar angekündigt, die Angelegenheit zu untersuchen. Dabei hat das Unternehmen jedoch deutlich gemacht, dass keine übereilten Entscheidungen getroffen würden.3 Mit dem Argument, dass die Umsetzung der neuen Nachhaltigkeitsrichtlinie über die gesamte Zulieferkette hinweg äußerst zeitaufwendig sei, will Wilmar die Richtlinie lediglich auf Gebiete anwenden, die nach ihrer Veröffentlichung neu erschlossen werden.4 Somit fallen bereits erschlossene aber noch nicht vollständig abgeholzte Gebiete aus dem Anwendungsbereich der neuen Nachhaltigkeitsstrategie heraus. Dies betrifft auch die oben beschriebenen Konzessionen in Indonesien. Angesichts der umfangreichen positiven PR für Wilmar im Zuge der neuen Nachhaltigkeits-Verpflichtung2 fordert Greenomics eine verbindliche Zusage von Wilmar die neuen Richtlinien zeitnah auch auf ihre Drittzulieferer auszuweiten um die fortschreitende Abholzung von HSC Wäldern, Torfböden und sensiblen Lebensräumen zu verhindern.  Dies ist insbesondere akut für Indonesien, da das Land im Zuge der exzessiven Erschließung von Palmölplantagen zum weltweit drittgrößten Emittenten von Treibhausgasen aufgestiegen ist.5 Weitere Informationen zu Wilmar International Ltd. finden Sie im Facing Finance Bericht Dirty Profits I.


  1. Greenomics (2014): http://www.greenomics.org/docs/Wilmar%27s-suppliers_deforestation_%28LowRes%29.pdf (abgerufen am 6.10.2014) [] [] [] []
  2. The Nation (2014): http://www.nationmultimedia.com/business/Sustainable-practices-in-the-palm-oil-industry-30243946.html (abgerufen am 06.10.2014) [] []
  3. Mongabay (2014): http://news.mongabay.com/2014/0930-wilmar-supplier-breach.html#mfT6kuguqi3pW8UT.99 (abgerufen am 06.10.2014) []
  4. Wilmar (2014): http://www.wilmar-international.com/wp-content/uploads/2014/03/Clarification-on-Medias-Misreporting-about-Wilmars-No-Deforestation-No-Peat-No-Exploitation-Policy.pdf (abgerufen am 06.10.2014) []
  5. Greenpeace (2013): http://www.greenpeace.org.uk/forests/palm-oil (abgerufen am 27.10.2014) []
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