Schlechte Nachrichten für die Deutsche Bank: Prozess wegen der Manipulation des Silberpreises möglich

Am 26. Juli 2014 berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg von einem weiteren Fall der Preismanipulation am Kapitalmarkt.1

Vor einem Bundesgericht in Manhattan versuchte der Investor J. Scott Nicholson die Zulassung einer Sammelklage zu erwirken. Die Beklagten sind die Deutsche Bank, die britische HSBC sowie das kanadische Geldinstitut Bank of Nova Scotia.
Diese drei Kreditinstitute waren für die tägliche Festlegung des maßgebenden Preises zuständig, zu dem Transaktionen im physischen Silber, aber auch in Silberderivate abgewickelt wurden.
Der Artikel spricht dabei von einem Markt, der fünf Billionen US-Dollar umfasse.
Die drei Parteien sollen den Kurs dabei möglicherweise bereits seit mindestens 2007 zu ihren Gunsten manipuliert haben, um die eigenen Handelsgewinne zu steigern.

Dieser Fixingprozess wurde bereits vielfach als intransparent kritisiert und seitens vieler Marktteilnehmer als „[…] sehr anfällig für Manipulationen und heimliche Absprachen […]“2, dargestellt.

Ein Zusammenhang zwischen dem bereits im Januar angekündigten Rückzug der Deutschen Bank vom Silberfixing und den aktuell eingeleiteten Ermittlungen lässt sich vermuten.
Fakt ist jedenfalls, dass das Silberfixing im August dieses Jahres eine signifikante Veränderung erfahren hat, denn die 117 jährige Praxis der oben geschilderten Art der Preisbestimmung für Silber ist nun Geschichte.3 Seit dem 15.08.2014 bestimmt nun die Chicago Mercantile Exchange gemeinsam mit dem Wirtschaftsinformationsdienst Thomson Reuters durch ein auktionsbasiertes Verfahren den globalen Preismaßstab für Silber.4 Hierdurch soll mehr Marktteilnehmern der direkte Zugang zum Fixing ermöglicht und durch transparente Preisbildungsverfahren die Integrität des Marktes wiederhergestellt werden.

Keine der Beklagten Parteien äußerte sich kurzfristig zu den Anschuldigungen. Die Bank of Nova Scotia ließ lediglich mitteilen, dass sie sich entschieden gegen die Vorwürfe zur Wehr setzen werde.5

Die Deutsche Bank hat auf ihre Weise reagiert und am 5. August eine neue Personalie vorgestellt: die 53-jährige Nadine Faruque wird neue Global Head of Compliance.6


  1. Bloomberg: Deutsche Bank, HSBC Accused of Silver Fix Manipulation; verfügbar unter:
    http://www.bloomberg.com/news/2014-07-25/deutsche-bank-hsbc-accused-of-silver-fix-manipulation.html; überprüft am 23.08.2014 []
  2. Wallstreet-Online: Deutsche Bank, HSBC und Bank of Nova Scotia sollen Silberpreis manipuliert haben; verfügbar unter:
    http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6890794-klage-new-york-deutsche-bank-hsbc-bank-of-nova-scotia-silberpreis-manipuliert; überprüft am 23.08.2014 []
  3. The Wall Street Journal: Das Londoner Silber-Fixing ist ab August Geschichte; verfügbar unter:
    http://www.wsj.de/nachrichten/SB10001424052702303908804579561342598254408?mg=reno64-wsjde; überprüft am 23.08.2014 []
  4. FAZ: Der Silberpreis wird neu bestimmt verfügbar unter:
    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/silber-fixing-geht-zu-ende-cme-nutzt-lbma-system-13100447.html; überprüft am 23.08.2014 []
  5. Bloomberg: Deutsche Bank, HSBC Accused of Silver Fix Manipulation; verfügbar unter:
    http://www.bloomberg.com/news/2014-07-25/deutsche-bank-hsbc-accused-of-silver-fix-manipulation.html; überprüft am 23.08.2014 []
  6. Deutsche Bank: Deutsche Bank ernennt Nadine Faruque zum Global Head of Compliance; verfügbar unter: https://www.deutsche-bank.de/medien/de/content/4666_4988.htm; überprüft am 23.08.2014 []
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