Erneute Klagen wegen Steuerbetrugs der UBS

Die Schweizer Großbank UBS kann den Vorwürfen wegen Geldwäsche einfach nicht entkommen. Erst im Juli 2014 berichtete Facing Finance über die unerlaubten Geschäftspraktiken der belgischen UBS Niederlassung und der Eröffnung eines formellen Anklageverfahrens gegen Marcel Brühwiler, Chef der Niederlassung (Lesen Sie hier unseren Beitrag.). Nun, nur wenige Wochen danach, wird dem Geldinstitut vorgeworfen, wohlhabenden Franzosen beim Betrug des französischen Fiskus geholfen zu haben. Am Mittwochabend, 23. Juli 2014, gaben Ermittler bekannt, dass die Niederlassung in Paris in den Jahren 2004 bis 2012 wiederholt gegen französisches Recht verstoßen haben soll. Demnach wurden Kunden angeworben und ihnen angeboten, in der Schweiz Konten zu eröffnen, um Steuerzahlungen in Frankreich zu umgehen. Die Werbung um Kunden ist nach französischem Recht jedoch nur beheimateten Gesellschaften gestattet.1 Zur Verschleierung der Geldflüsse zwischen Frankreich und der Schweiz soll die UBS zudem ein spezielles Buchführungssystem verwendet haben.2 In einer Stellungnahme der Bank heißt es: „In den letzten Jahren haben wir alles getan, um diese Sache beizulegen. Wir haben zudem maßgebliche und weitreichende Schritte unternommen, um die Steuerkonformität unserer Kunden sicherzustellen und werden dies auch weiterhin tun.“ Ferner konstatiert die Bank, dass es unakzeptabel sei, dass diese Angelegenheit derart politisiert werde.3

Dem Handelsblatt zufolge sei ein formelles Ermittlungsverfahren gegen das Geldinstitut eingeleitet worden, wonach gegen drei amtierende sowie ehemalige UBS-Manager ermittelt wird.4 Wegen illegaler Anwerbung von Kunden wurde bereits im vergangenen Jahr eine Kaution von 2,9 Millionen Euro verlangt.2 Diese Sicherheitszahlung wurde nun auf 1,1 Milliarden Euro erhöht und soll einer Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft nach bis Ende September hinterlegt werden.1 Bis dato wehrt sich die Bank gegen diese Forderung, da diese „beispiellos und ungerechtfertigt“ sei.3

Die mangelhafte Kontrolle ihrer Geschäftspraktiken, insbesondere in Hinblick auf Geldwäscherei und Steuervergehen, kamen der Bank bereits im Juni 2013 zu Schaden.5 In diesem Zusammenhang wurde die UBS durch die französische Bankenaufsicht zu einer Strafe von 10 Millionen Euro verurteilt.3 Sollte die Bank erneut verurteilt werden, droht ihr neben einer erheblichen finanziellen Strafe auch die Einschränkungen ihrer Geschäftspraktiken in Frankreich.1


  1. BoerseGo.de: Frankreich ermittelt gegen UBS wegen Geldwäsche-Vorwurf. Verfügbar unter: http://www.boerse-go.de/nachricht/frankreich-ermittel-gegen-ubs-wegen-geldwaesche-vorwurf,a3830084.html Zuletzt überprüft am 24.07.2014. [] [] []
  2. Focus Online: UBS soll reichen Franzosen bei Steuerhinterziehung geholfen haben. Verfügbar unter: http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/maerkte-ubs-soll-reichen-franzosen-bei-steuerhinterziehung-geholfen-haben_id_4012321.html Zuletzt überprüft am 24.07.2014. [] []
  3. Handelszeitung: UBS in Frankreich: Justiz will 1 Milliarde Kaution. Verfügbar unter: http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/ubs-frankreich-justiz-will-1-milliarde-kaution-643579 Zuletzt überprüft am 24.07.2014. [] [] []
  4. Handelsblatt: Frankreich weitet Ermittlungen gegen UBS aus. Verfügbar unter: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/verdacht-auf-steuerhinterziehung-frankreich-weitet-ermittlungen-gegen-ubs-aus/10242876.html Zuletzt überprüft am 24.07.2014. []
  5. Blick.ch: Grossbank UBS in Frankreich mit 10 Millionen Euro gebüsst. Verfügbar unter: http://www.blick.ch/news/wirtschaft/banken-grossbank-ubs-in-frankreich-mit-10-millionen-euro-gebuesst-id2352012.html Zuletzt überprüft am 24.07.2014. []
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