Deutsche Bank: Bestechungsskandal in Japan

Update vom 30.06.2014; Der Bestechungsskandal innerhalb der Deutschen Bank geht weiter. Der im Dezember 2013 festgenommene Deutsche Bank Mitarbeiter, Shigeru Echigo, belastet nun seine Ex-Vorgesetzten, mit in dem Korruptionsfall verwickelt gewesen zu sein. Berichten des Handelsblattes zufolge wurde die japanische Aufsichtsbehörde im vergangenen Jahr durch verdächtige Spesenabrechnungen auf die unzulässigen Geschäftspraktiken des Tochterunternehmens, Deutsche Securities, mit Sitz in Tokio aufmerksam. Die Ermittlungen der Behörde ergaben, dass Echigo dem 60-jährigen Yutaka Tsurisawa, Manager eines Pensionsfonds, von April bis August 2013 eine Vielzahl an Annehmlichkeiten bereitgestellt haben soll. Die für Auslandsreisen, Golfausflüge und weiteren Vorzügen erbrachten 6.500 Euro sollten als Dank für eine 7,2 Millionen Euro Anlage bei der Deutschen Bank gelten. Echigo wurde infolgedessen ebenso wie Tsurisawa im Dezember 2013 wegen Korruptionsverdacht in Untersuchungshaft genommen.1

Nach Erkenntnissen der japanischen Behörden wurden zwischen den Jahren 2010 und 2012 insgesamt 160.000 Euro zum Vergnügen von Pensionsfondsmanagern ausgegeben.2 Diese Form der Geschäftsbindung gilt in Japan seit einem Skandal im Jahr 1998 jedoch als strafbare Bestechung. Nachdem Banken eine Vielzahl an japanischen Finanzaufsehern, die zur Kontrolle eingesetzt wurden, korrumpierten, führte die japanische Regierung strengere Auflagen für Beamte ein.3 Demnach gelten Topmanager von Pensionsfonds in Japan wie Beamte und sollten ihnen finanzielle Anreize und Vergünstigungen geboten werden, ist dies als Bestechung zu verstehen und strafrechtlich zu verfolgen.

Der inhaftierte frühere Banker, der sich bereits schuldig bekannte, belastet nun in den finalen gerichtlichen Verhandlungstagen (erwartetes Urteil am 16. Juli 2014) seine Ex-Vorgesetzten. Echigo zufolge ermutigten Vorgesetzte zu umfangreichen Manager-Begünstigungen und dessen Verschleierung. Ferner seien Einladungen zu Auslandsreisen als deutlich effektiver für die Stärkung von Geschäftsbeziehungen angesehen worden und auch Spesen seien notwendig, um Aufträge von öffentlichen Pensionsfonds zu erhalten.3

Update vom 16. Juli 2014: Wie das Handelsblatt berichtet, hat das Tokioter Gericht den früheren Deutsche Bank Mitarbeiter, Shigeru Echigo, zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Echigo wolle das Urteil nicht anfechten, erwäge jedoch, eine zivilrechtliche Klage gegen seinen früheren Arbeitgeber. Aufgrund mangelnder Beweislage konnten die von Echigo belasteten Vorgesetzten nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Laut dem Vorsitzenden Richter Akira Ando gäbe es keine Belege für die explizite Anweisung zur Bestechung des Pensionsfonds-Vertreters.4


  1. Handelsblatt: Deutsche-Bank-Mitarbeiter in Tokio festgenommen. Verfügbar unter: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/wegen-bestechung-deutsche-bank-mitarbeiter-in-tokio-festgenommen/9172608.html Zuletzt überprüft am 19.06.2014. []
  2. Handelsblatt: Wieder Korruptionsvorwürfe gegen Deutsche Bank. Verfügbar unter: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/japan-geschaeft-wieder-korruptionsvorwuerfe-gegen-deutsche-bank/10058780.html Zuletzt überprüft am 19.06.2014. []
  3. Handelsblatt: Japanische Deutsche-Bank-Chefs wussten von Bestechung. Verfügbar unter: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/finanzaufsicht-japanische-deutsche-bank-chefs-wussten-von-bestechung/10053634.html Zuletzt überprüft am 19.06.2014. [] []
  4. Handelsblatt: Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen Bestechung verurteilt. Verfügbar unter: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/tokio-ex-mitarbeiter-der-deutschen-bank-wegen-bestechung-verurteilt/10207170.html Zuletzt überprüft am 16.07.2014. []
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