Zum Inhalt springen

Killer-Roboter: UNO diskutiert über Verbot, Samsung baut

Vom 13. bis 16. Mai 2014 befanden sich Vertreter der UNO in offiziellen Gesprächen mit Diplomaten, Technikern und anderen Experten zu sogenannten Killer-Roboter. Die Beratungsrunde in Genf soll eine Grundlage für ein mögliches Verbot der autonomen Waffen bilden, die laut Definition „als Waffe im Rahmen ihrer Programmierung eigenständig handel[t], ohne dass der Mensch entscheidend oder korrigierend eingreift“. Bei diesem Treffen werden Roboter-Experten Ronald Arkin und Noel Sharkey ihre Standpunkte darlegen. Im November 2014 soll eine Entscheidung fallen, ob Killer-Roboter in die Konvention über das Verbot bzw. die Einschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen aufgenommen werden. Vor Beginn der UNO Beratungsrunde haben auch Nobelpreisträger aus aller Welt in einer Erklärung vom 12. Mai 2014 ein absolutes Verbot für sogenannte Killer-Roboter (Lethal autonomous Weapon Systems) gefordert. Sie wurden darin von Nichtregierungsorganisationen unterstützt.

Die umstrittenen Roboter werden z.B. vom südkoreanischen Tochterunternehmen der Samsung Electronics Co. Ltd. entwickelt. Berichten der heute.at zufolge baut das Unternehmen Samsung Techwin seit 2006 an dem ersten vollautomatischen Kampfroboter der Welt. Dieser verfüge über Kameras zur Tag- und Nachtüberwachung, Maschinengewehre mit bis zu 1.000 Schuss pro Minute, optionalen Raketenwerferaufbau und einer „intelligenten“ Software. Mit dieser Software werde dem Menschen die Entscheidung aus der Hand genommen, welches Ziel erfasst würde und, ob es eine tatsächliche Gefahr darstelle. Weiteren Meldungen zufolge kamen die Roboter bereits im Irak (2006) und an der Grenze zu Nordkorea (2008) zum Einsatz. Sie wurden allerdings in beiden Fällen zurückgezogen, da sie keine zufriedenstellenden Ergebnisse lieferten, wie das Militär offiziell verlauten ließ. Insider verrieten, dass die Fehlentscheidungsquote der Roboter zu hoch war. Dies bestätigt wiederholt die Befürchtung vieler Kritiker, die den Kontrollverlust über autonome Waffen und den damit einhergehenden potentiellen Tod vieler Zivilisten nicht ausschließen.

Um weitere Informationen zur Samsung Electronics Co. Ltd. und ihren Anteilseignern zu erhalten, klicken Sie hier.

Lesen Sie auch die Berichte von:

Neues Deutschland (“Wer stoppt die ‘Killer-Roboter’?”, 14.05.2014)

Mittelbayerische Zeitung („Keine Killerroboter – für den Frieden“, 12.05.2014)

Trends der Zukunft („‘Killer-Roboter‘ auf der Agenda der UNO“, 11.05.2014)

KURIER.at („UN diskutiert über Verbot von ‚Killer-Robotern‘“, 10.05.2014)

Heute.at („Samsung-Killerroboter: Boykott-Aufrufe im Netz“, 09.05.201)

Berichte zu diesem Thema in englischer Sprache:

times LIVE („UN talks turn to ban on killer robots”, 13.05.2014)

International Commitee of the Red Cross (ICRC) („Autonomous weapons: What role for humans?”, 12.05.2014)

The Washington Post („Should the world kill killer robots before it’s too late?”, 12.05.2014)