Große Lebensmittelkonzerne treiben den Klimawandel an

 Laut einer neuen Studie von Oxfam „Standing on the Sidelines“ verursachen die 10 größten Lebensmittelkonzerne, darunter Nestlé, mehr Treibhausgase als ganz Skandinavien. Neben Nestlé wurden Associated British Foods, Coca-Cola, Danone, General Mills, Kellogg, Mars, Mondelez International, PepsiCo und Unilever untersucht.
Oxfam veranschaulicht in seiner Studie die Treibhausgasemissionen der Lebensmittelkonzerne mit denen von Staaten, und berechnete, dass die Konzerne mit 263,7 Millionen Tonnen Treibhausgase im Ländervergleich den Platz 25 der größten Klimasünder belegen würden.
Stürme, Überflutungen und Dürren sind die Folge des Klimawandels und Grund für Ernteausfälle und steigende Lebensmittelpreise, so Oxfam.
Oxfams Studie unterteilt die Emissionen in drei verschiedene Kategorien: Scope 1 beinhaltet demnach alle direkt selbstverursachten Emissionen, Scope 2 bezieht sich auf indirekte Emissionen durch zum Beispiel den Verbrauch von Energie in den Bürogebäuden, und Scope 3 umfasst die CO2 Emissionen, die entlang der Lieferkette bis zum Endprodukt verursacht werden . Der Oxfam Report erläutert, dass alle 10 Konzerne sich Ziele gesetzt hätten um CO2 Emissionen zu verringern. Diese selbstgesetzten Emissionsziele basierten auf keinen wissenschaftlichen Studien, sondern auf wirtschaftlichen Einschätzungen der Konzerne. Weiterhin hätten die Konzerne lediglich Emissionsverringerungen für Scope 1 und 2 eingeplant, welche lediglich 29,8 Millionen Tonnen Emissionen ausmachten. Die Emissionen von Scope 3 betragen dagegen 233,9 Millionen Tonnen. Letztere sind in der Produktionskette landwirtschaftlicher Rohstoffen zu finden, unter anderem durch den Gebrauch von Düngern, die Methanfreisetzung von Viehbeständen und die Ausweitung von landwirtschaftlichen Flächen in die Wälder.

In der Pressemitteilung von Oxfam erklärte Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam Deutschland: “Die Lebensmittelriesen werden ihrer Verantwortung beim Klimaschutz nicht gerecht. Sie gehen mit den Ressourcen nicht sorgsam genug um und nehmen in Kauf, damit den Klimawandel anzuheizen und Millionen Menschen in den Hunger zu treiben.” Weiterhin erklärt er: “Die Lebensmittelriesen könnten viel mehr tun, um entlang ihrer Lieferkette und in ihrer Produktion Emissionen einzusparen. Bis 2020 könnten sie 80 Millionen Tonnen Treibhausgase weniger verursachen. Das ist ein Umfang, als ob man in Los Angeles, Peking, London und New York alle Autos von den Straßen nähme”.
Im Jahr 2015 würden Schätzungen zufolge 50 Millionen Menschen zusätzlich aufgrund des Klimawandels hungern. Insgesamt ist die Nahrungsmittelproduktion schon jetzt für ein Viertel der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. Fazit der Studie ist, dass die schwerwiegendsten Emissionsverursacher von den 10 Konzernen nicht adressiert werden und somit die Emissionsziele wesentlich zu niedrig gesteckt sind.

Lesen Sie hier die Presseerklärung von Oxfam.

Lesen Sie hier die vollständige Oxfam Studie Standing on the Sidelines.

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