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Monsanto: Von Gen-Mais zu Gen-Honig

Vor sechs Jahren mussten einige Imker ihre gesamte Jahresernte an Honig zerstören. Weniger als drei Kilometer entfernt hatte der Freistaat Bayern von 2005 bis 2008 auf einem Versuchsfeld gentechnisch veränderten Mais von Monsanto angebaut. Obwohl die Imker umgehend ihre Bienen in Sicherheit brachten, sobald sie davon erfahren hatten, wurde später gentechnisch veränderte DNS im Honig gefunden. In Deutschland darf dieser Honig nicht einmal mehr verschenkt werden, denn durch die Verunreinigung verliert er die Zulassung als Lebensmittel. Die betroffenen Imker klagten daraufhin den Freistaat Bayern an und der Fall landete sogar vor dem Europäischen Gerichtshof, der den Klägern schließlich Recht gab.

Bienen suchen ihren Nektar in einem Umkreis von drei und teilweise sogar bis zu acht Kilometern. Das heißt, wenn nur zwei Prozent der Maispflanzen gentechnisch verändert wären, gäbe es keinen Platz mehr, an dem Bienen nicht mit deren Pollen in Berührung kämen.12

In Europa ist der Widerstand gegen Monsanto, dem weltweit größten Produzenten von gentechnisch verändertem Saatgut, nach wie vor groß. Die Entwicklungen zeigen, dass der Einsatz von Gentechnik, chemischen Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmitteln und extrem industrialisierter Landwirtschaft langfristig nicht funktionieren kann. Erst vor kurzem gab es wieder besorgniserregende Schlagzeilen über das wachsende Ausmaß des Bienensterbens. Die Sterblichkeitsrate ist teilweise auf über 30% gestiegen, vermutlich aufgrund des vermehrten Pestizideinsatzes 3und des Reisestresses, den die Tiere auf den Fahrten in großen Lastwägen erleiden. In den USA gibt es Imker, die mit ihren Bienenstöcken jedes Jahr über 10 000 Kilometer weit durch das ganze Land reisen. Die Route beginnt im Februar mit der Mandelblüte in Kalifornien und endet nach der Kürbisblüte im Juli an der Ostküste in Florida, wo die Bienen überwintern.4

Auslöser ist also wohl die industrielle Landwirtschaft generell, ganz genau kann das aber momentan niemand sagen. Sollten die Bienen allerdings bald vollkommen aussterben, könnte das drastische Veränderungen für die Nahrungsmittelversorgung des Menschen haben.

Fast  88% der Blütenpflanzen sind von Tieren zur Bestäubung abhängig, ein Großteil von Bienen.5

Albert Einstein sagte einmal: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“6

Gerade Monsanto versucht nun das Bienensterben in den Griff zu bekommen, indem Pflanzeneigenschaften gezüchtet werden, die die für Bienen tödliche Varroamilbe bekämpfen sollen. 7

Dadurch werden aber einmal mehr nur die Symptome behandelt, keineswegs die Ursachen.


  1. Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Monsanto zerstört Honig: Imker müssen Jahres-Ernte vernichten  []
  2. Legal  Tribune: Kein Schutz für Imker vor Monsanto []
  3. Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Mysteriöses Bienen-Sterben in Kalifornien []
  4. Globale Allmende: Wanderimkerei in den USA – Bestäubungsdienstleistung []
  5. Greenpeace: Bienensterben – Was wäre, wenn? []
  6. Global Climate Change: Einstein on bees []
  7. Format.at: Monsanto. Der böseste Konzern der Welt? []