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Presseerklärung: Europäische Investments unterstützen Landraub für Palmöl in Liberia

Von europäischen Investoren finanzierte Palmöl-Plantagen verursachen sozialen Schäden und Umweltzerstörung in Liberia.
Brüssel/Monrovia, Liberia, 24. Juni 2013 – Europäische Banken, Pensionsfonds und Private Equity Fonds haben mit mehr als 450 Million Euro den Palmölgiganten Sime Darby aus Malaysia unterstützt. Ein Unternehmen, das verantwortlich für Umweltzerstörung und die Verletzung von nationalen Vorschriften in Liberia ist, wie neueste Nachforschungen von „Friends of the Earth Europe“ zeigen [1].

Eine heute (24.06.) veröffentlichte Untersuchung der Universität Reading belegt, dass die Aktivitäten von Sime Darby negative Auswirkungen auf die Biodiversität, Nahrungsressourcen und Lebensgrundlagen haben können – mit dem Ergebnis chronischer Armut. Außerdem bestünde die Gefahr erheblicher Umweltzerstörungen für Primär- und Sekundärwälder. [2]

Silas Kpanan’Ayoung Siakor, Aktivist der „Friends of the Earth Liberia“ sagte: “Investments in Landwirtschaft können den Armen helfen, aber die Realität in Liberia ist eine andere. Bauern verlieren ihr Land und ihre Lebensgrundlage, die Rechte der Menschen, die dort in Armut leben, werden verletzt und die Wälder, von denen die Gemeinschaften abhängig sind, werden zunehmend bedroht. Ich sehe keine Garantien dafür, dass die Gemeinschaften in bedeutender Weise von den Investitionen in Palmöl profitieren werden.”

Sime Darby, erhält finanzielle Unterstützung von Europäischen Banken und Pensionsfonds inklusive dem Norwegischen Pensionsfond, der in Großbritannien ansässigen Vermögensverwaltung Schroder und dem Niederländischen PfZW Fonds und unterzeichnete einen Pachtvertrag mit der Regierung von Liberia über 63 Jahre für 311,187 Hektar Land [3], auf dem, laut „Friends of the Earth Liberia“ und Partnern, Palmölplantagen angelegt werden sollen [4].

Eine Initiative bestehend aus Privatpersonen, der Zivilgesellschaft und der Liberianischen Regierung beschuldigen Sime Darby, sich nicht an lokale Bodenrechte gehalten zu haben. Weder habe es öffentlichen Anhörungen gegeben noch wurden Due Diligence Reports (sog. Sorgfaltsberichte) verfasst, wie von der Liberianischen Regierung gefordert [5]. Dieses Verhalten widerspricht den unmittelbaren Bestimmungen der Investoren, die von den Unternehmen verlangen, dass sie die nationalen Gesetze und Umweltauflagen respektieren.

Anne van Schaik, verantwortliche Finanzaktivistin für „Friends of the Earth Europe“ sagte: “Europäische Fonds müssen aufhören, Landraub in Liberia zu finanzieren. Obwohl die meisten Investoren Nachhaltigkeitsprinzipien haben, verfügen sie über keine effektiven Verfahren, um mit Verstößen umzugehen – weshalb diese Strategien bedeutungslos sind. Investoren und Finanziers müssen ihre Versprechen auch tatsächlich umsetzen und Sime Darby unter Druck setzen, damit sie Landraub stoppen.”

„Friends of the Earth Europe“ ruft die Investoren und Finanziers von Sime Darby dazu auf, das Unternehmen dazu zu bewegen, ihre Geschäftstätigkeiten Nachhaltigkeitsprinzipien zu unterwerfen oder einen finanziellen Ausstieg zu riskieren. Europäische Banken und Pensionsfonds sollten nicht zu Landkonflikten mit lokalen Gemeinden und Abholzung beitragen oder in Unternehmen investieren, die nationale Gesetze verletzen. Sime Darby ist aufgerufen umgehend den Landraub und die Abholzung einzustellen, eine adäquate Entschädigung zu garantieren und bei zukünftigen Entwicklungen nationales Recht zu befolgen und zusätzlich eine freie und informierte Zustimmung der betroffenen Gemeinden sicherzustellen, bevor Projekte beginnen.

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Für weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung:

Anne van Schaik, accountable finance campaigner, Friends of the Earth Europe

Tel: +32 (0) 2 893 1020, Mob: +31 6 2434 3968, e-mail: anne.vanschaik@foeeurope.org

Silas Kpanan’Ayoung Siakor, campaigner, Friends of the Earth Liberia

Tel: +44 7405 629077 (UK), +231 (0) 880 655712 (Liberia), e-mail: ssiakor@sdiliberia.org

Sam Fleet, communications officer, Friends of the Earth Europe

Tel: +32 (0) 2 893 1012, e-mail: samuel.fleet@foeeurope.org

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Anmerkungen:

[1] Diese beinhalten Darlehen im Gesamtwert von 280 Millionen Euro und Hilfe zur Erteilung neuer Anleihen im Gesamtwert von 250 Millionen Euro. Für weitere Informationen:

– SD fact sheet

– Profundo research

– FoEE Website mit CSO Statement

[2] Reading Report – www.fern.org/palmoilandrightsinLiberia

[3] SD fact sheet + Profundo research

[4] Sustainable Development Institute/Friends of the Earth Liberia, Save My Future Foundation (SAMFU) and Social Entrepreneurs for Sustainable Development (SESDev).

[5] Liberia Extractive Industries Transparency Initiative (LEITI) post award process audit final report: http://www.leiti.org.lr/doc/LEITI%20Post%20Award%20Process%20Audit%20Final%20Report.pdf