Blutbefleckte Kohle aus Kolumbien

Die Mine mache sie krank, sagen die Bewohner der Guajira, einer von vielen Regionen in Kolumbien, in denen Kohle abgebaut wird. Wissenschaftliche Studien, die ihre gesundheitlichen Schäden bestätigen würden, können sie sich nicht leisten, doch die Menschen in der Nähe der riesigen Kohlemine leiden zunehmend unter Atemwegserkrankungen und Kopfschmerzen. Die Betreiber der Mine hingegen sagen, es gebe keinen Zusammenhang zwischen den Krankheiten der Bewohner und dem Kohleabbau, auch wenn die Mine bereits bedrohlich dicht an das Dorf der Wayúu – einer ethnischen Gruppe in der Guajira-Region – heranreicht. Und wenn die Probleme doch einmal zu groß werden, müssen die Dörfer eben umgesiedelt werden. Wenn nötig, auch gegen den Widerstand der Bevölkerung.

Dass Widerstand gegen die Pläne der großen Kohlekonzerne meistens zwecklos ist, mussten auch zahlreiche Gewerkschafter in Bolivien erfahren. Über 2.700 von ihnen wurden in den letzten 25 Jahren ermordet, darunter auch Gewerkschafter des US-Bergbaukonzerns Drummond, einem der größten Kohleförderer in dem Südamerikanischen Land. Der Konzern steht unter anderem in der Kritik, weil er zu Schaden gekommene Arbeiter gesetzeswidrig entlassen habe. Noch immer werden im gesamten Land Gewerkschaftsvertreter, die für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen eintreten, eingeschüchtert und teilweise sogar mit dem Tod bedroht.

Neben Drummond bestimmt außerdem Prodeco das Geschäft mit dem schwarzen Gold, ebenso wie Cerrejón, der größte kolumbianische Kohlekonzern. Er gehört zu je einem Drittel den internationalen Großunternehmen XStrata (einer Tochterfirma von Glencore), BHP Billiton und Anglo American und fördert rund 40% der gesamten Kohle im Land. Ungefähr zwei Drittel davon werden an den europäischen Markt verkauft. Große Abnehmer dieser kolumbianischen Kohle sind Energiebetreiber wie E.on, RWE und Vattenfall.

 

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Hintergrundinformationen über Drummond Co., Glencore, AngloAmerican und BHP Billiton finden Sie auch in unserem Report Dirty Profits.

Hier finden Sie Fonds und Institutionen, die laut Morningstar Anteile an Glencore, BHP Billiton und AngloAmerican halten.