H&M, Zara, Kik weiter im Visier von Nicht-Regierungsorganisationen

Die Clean Clothes Campaign (CCC) hat ihre „Schwindelkampagne“ „Unconscious Collapses“ (Clean Clothes Campaign, 2013) gestartet. Sie richtet sich gegen den schwedischen Konzern H&M, der gerade seine neue “Conscious Collection” herausgebracht hat. Allein in Kambodscha sind laut CCC seit 2010 mehr als 2.400 NäherInnen kollabiert, mehrere Hundert davon in H&M Zulieferbetrieben.

Wie viele andere Modefirmen beschäftigt H&M zahlreiche Subunternehmer in Fernost, besonders in Kambodscha. Dort kämpften die Gewerkschaften für eine Erhöhung des Monatslohns von 61 auf 150 Dollar. Am 21.3. wurde nun der Mindestlohn in Kambodscha auf 75 Dollar im Monat festgelegt. Allerdings benötigt laut Asia Floor Wage Alliance eine Näherin fast das Vierfache, um ihre Familie zu ernähren. H&M hingegen erzielte in 2012 einen Umsatz von rund 16,19 Mrd. EUR und machte über 2 Mrd. EUR Gewinn. Vor diesem Hintergrund forderte die Kampagne für Saubere Kleidung, dass H&M zum Vorreiter der Branche wird und bei den Zulieferern höhere Löhne für die ArbeiterInnen durchsetzt.

Im Licht von Umsatz und Gewinn von H&M ist auch der Durchbruch zu sehen, den etwa 200 Arbeiterinnen von Kingsland Garment Cambodia im Frühjahr 2013 errangen. Nachdem zunächst ihre Löhne ausgesetzt wurden, wurde die Fabrik, die für H&M und Walmart produzierte, vollständig geschlossen. In einem Aufsehen erregenden Protest campten die Arbeiterinnen für mehr als 2 Monate Tag und Nacht vor den Toren der Fabrik, bis die Zulieferer unter Druck von H&M und Walmart sich bereit erklärten, ihnen etwa 150.000 Dollar an Lohn nachzuzahlen.

S. auch:

Clean Clothes Campaign

Kampagne für Saubere Kleidung

Fashion United

Just Style

Tagesspiegel

 

ZARA

Die argentinische NGO LA Alameda hat im März 2013 die Vorwürfe gegen Zara erneuert, ihre Produkte unter schlechten Arbeitsbedingungen herstellen zu lassen. Zara ist eine Marke des Textilherstellers Inditex mit Sitz in A Coruna, Spanien.

 La Alameda klagt die Zulieferer in Buenos Aires an, ihre Arbeiter unter sklavenähnlichen Umständen zu beschäftigen. Ein Video (es) zeigt einen Arbeitssuchenden, der bei einem Zulieferer für einen Arbeitstag von 14 Stunden 10 USD verdienen würde. 

Wie die spanische Zeitung EL País weiter ausführte, reichte der Geschäftsführer der NGO La Alameda eine Strafanzeige gegen drei Fabriken in Buenos Aires ein, die Kleidung für Zara und zwei argentinische Marken von Immigranten ohne Papiere herstellen ließen, mehrheitlich Bolivianer. Es gebe rigide Kontrollen, und den Arbeitern sei es nur nach expliziter Genehmigung erlaubt, das Gelände zu verlassen.

 S. auch:

Der Stern

 The Telegraph

 Fabeau

 RTL

 Fashion

 Fibre 2 Fashion

Tagesspiegel

 

KiK

Auch der Textilhersteller Kik gerät wieder einmal wegen der Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern in die Kritik. Das RTL Mittagsmagazin „Punkt 12“ beschuldigte den Hauptlieferanten für Kik der Kinderarbeit.

Gegenüber der Presseagentur dpa erklärte Kik, dass es sich um „illegales Subcontracting“ von Seiten der Hauptzulieferer handele, und KiK die Absicht habe, die Geschäftsbeziehungen zu diesem Produzenten wegen illegaler Arbeitsmethoden sofort zu beenden.

 S. auch:

Das Erste/ Panorama

Fashion United

Tagesspiegel