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Vale S.A.: Zwangsumsiedlung der Anwohner von Eisenhüttenwerken

Gesundheitsschäden und Umweltbelastung in Brasilien

Die 380 Familien, die in der Nähe der Einsenhüttenwerke des Unternehmens Vale S.A. in Piquià de Baixo im nordostbrasilianischen Bundesstaat Maranhão leben, werden immer öfter gezwungen umzusiedeln. In den letzen 25 Jahren wurden fünf Fabriken neben dem Dorf hochgezogen, deren Verschmutzung und Umweltbeschädigung den Einwohnern keine andere Wahl lassen als ihr Dorf zu verlassen. Ununterbrochen werden Eisen- und Kohlenstaub aus den Schloten der Werke ausgestoßen, die das Wasser, den Boden und die Luft verschmutzen. Die Landwirtschaft, die die Lebensgrundlage der Einwohner darstellte, ist nicht mehr möglich. Außerdem betont eine Studie des Zentrums für Infektionskrankheiten der bundesstaatlichen Universität von Maranhão, dass 40% der Dorfbewohner an Atemwegs-, Lungen-, und Hauterkrankungen leiden. Flucht scheint demnach die einzige Lösung für die Einwohner zu sein.

Das Schicksal der Familien von Piquià de Baixo ist kein Einzelfall. An Vale wird harte Kritik von Seiten internationaler Organisationen und Netzwerken geübt. Das Unternehmen hatte von der Liberalisierung des Bergbausektors in Brasilien seit den 1970er Jahren profitiert, um sich im Amazonasgebiet anzusiedeln. Die Folgen für Umwelt und Einwohner sind heute erheblich. 2012 hat Vale sogar den „Public Eye Award“ für das ökologisch und sozial schädlichste Unternehmen des Jahres bekommen, der von NGOS verliehen wird.

Bezüglich der Einwohner von Piquià de Baixo machen sich NGOs und die Vereinigung der Nachbarn des Dorfs dafür stark, dass die Einwohner Entschädigungszahlungen bekommen, was von Vale bisher jedoch abgelehnt wird.

Weitere Informationen finden Sie unter:

International Federation for Human Rights (en)

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