Glencore: Die Schattenseite des Bergbaus

Gesundheitsschäden und Umweltbelastung in Kolumbien

In der Cesar-Region in Kolumbien ist der Boden sehr rohstoffreich. Viele internationale Bergbaukonzerne, beispielweise der schweizerische Konzern Glencore, haben sich in den letzten 20 Jahren neben kleinen Gemeinden angesiedelt. Die Minenbetrieb dieser Konzerne ist aufgrund von Steuereinnahmen, Exporten und Arbeitsstellen von entscheidender Bedeutung für die kolumbianische Regierung. Jedoch sind sie folgenschwer für die Einwohner der Region, die zur Umsiedlung gezwungen wurden.

Wegen des Kohleabbaus sind die Umweltbelastungen sehr hoch. Wasser, Luft und Böden werden verschmutzt. Laut einer Studie leiden 51 Prozent der BewohnerInnen der Dörfer wegen der Luftverschmutzung unter teils schweren Erkrankungen der Atemwege sowie Haut- und Augenproblemen. Infolgedessen hat die kolumbianische Regierung die Entscheidung getroffen, die Anwohner des Bergwerks von Plan Bonito, El Hatillo und Boquerón umzusiedeln. Verantwortlich für die Finanzierung und die Organisation der Umsiedlung sind die Minenkonzerne. Leider geschieht diesbezüglich wenig und auch den Dialog mit den Einheimischen verweigern sie bislang. Das ist auch der Fall bei der schweizerischen Firma Glencore, die einen Gesprächstermin mit der Vertreterin einer NGO abgehlehnt hat, da „es auf lokaler Ebene genug Gespräche gäbe“. Die Vertreterin dieser NGO, die die lokale Bevölkerung über ihre Rechte aufklärt, war sogar extra zum Sitz der Firma in dem schweizerischen Baar geflogen.

Außerdem muss eine neue Wohnort für die Umgesiedelten gefunden werden. Die Frage, wohin die Bevölkerung umsiedeln soll, ist nicht leicht zu beantworten, da jedes Dorf seine eigenen Forderungen an den Konzern stellt. In der Cesar-Region wurde bereits eine Vielzahl von Bergbaukonzessionen ausgestellt. Laut lokalen NGOs wird dieser Fall von Umsiedlungen kein Einzelfall bleiben. Die Bergbauakvitäten in Südamerika werden in den kommenden Jahren weiterhin viele Anwohner von Minen zur Umsiedlung zwingen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Semana (es)
Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien
(de)

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