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Nestlé: Zweifelhafte globale Wasserpolitik

Menschenrechtsverletzungen in Pakistan

Nestlé setzt seinen internationalen Einfluss bereits seit langem für die Verbreitung der Privatisierung von Wasserressourcen ein. Befürworter sehen darin eine Möglichkeit der effizienteren und kostengünstigeren Wasserversorgung, während Kritiker befürchten, das lebensnotwendige Gut verkomme zur Ware und diene fortan nur noch markt- und profitorientierten Gesetzen.

In der pakistanischen Provinz Bhati führt die industrielle Entnahme von Grundwasser zur Mineralwasserherstellung dazu, dass der lokale Grundwasserpegel drastisch sinkt. Meist ist es die einheimische Bevölkerung, die  in der Folge folglich an Wassermangel oder –verschmutzung zu leiden hat. Die Erzeugung von Plastikflaschen und ihr Verkauf ist für Nestlé hoch profitabel, da sie für den 300 bis 1000 fachen Preis von normalem Leitungswasser verkauft werden können. Dabei ist Leitungswasser in beinahe allen westlichen Ländern bedenkenlos trinkbar.

Nestlé ist mit 19 % Marktanteil weltweit der größte Produzent von Flaschenwasser und besitzt insgesamt 5 internationale Marken (Perrier, Contrex, Vittel, Acqua Panna und San Pellegrino).

Auf dem Welt Wasser Forum (WWF) im März 2012 in Marseille setzte sich Nestlé zusammen mit der Weltbank für die Privatisierung von Wasser ein, um dessen Verteilung effizienter und kostengünstiger gestalten zu können. Wasserknappheit und eine mangelhafte Versorgung gilt als eines der größten Hindernisse für die Erfüllung der UN Millennium Entwicklungsziele. Die positiven Auswirkungen einer Privatisierung von Wasser bleiben allerdings stark umstritten.

Unter den folgenden Links finden Sie weitere Informationen zum Thema Nestlés Wasserpolitik:

Multiwatch.ch

Worldcrunch.com (en)

Neue Züricher Zeitung

Nestlé WWF (en)

Die Website des Dokumentarfilms „Bottled Life“  bietet zusätzliche Informationen.