Internationale Lieferketten: Verdacht auf zehntausende Uigur*innen in Zwangsarbeit

 Protest für die Uigur Minderheit in Berlin. | Bild (Ausschnitt): ©  langkawi [CC BY 2.0] - flickr

Willkürliche Massenverhaftungen, gravierender körperlicher und seelischer Missbrauch, Zwangsarbeit, religiöse Verfolgung, politische Indoktrination, Zwangssterilisierung: die Liste an systematischen Menschenrechtsverletzungen, die China im Umgang mit den Uigur*innen vorgeworfen werden, ist nichts für schwache Nerven.

Letzte Woche veröffentlichte die Coalition to End Forced Labour eine Warnung, dass nahezu jede große Bekleidungsmarke und jeder Baumwollhändler aufgrund ihrer Lieferketten in Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang, einer überwiegend von der muslimischen Minderheit der Uigur*innen besiedelten Region im Nordwesten Chinas, verwickelt sein könnte.   ... →

Anstieg deutscher Waffenexporte um 40% – auch Kriegsregionen wurden kräftig beliefert!

 Patrouillen-U-Boot der Klasse 209 von ThyssenKrupp. 2021 soll ein weiteres Modell nach Ägypten geliefert werden. | Bild (Ausschnitt): © Marco Kuntzsch [ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported] - Wikimedia

Während zahlreiche Unternehmen ob ausbleibender Aufträge in der Corona-Pandemie auf Staatshilfe angewiesen sind und Staaten Schulden in Milliardenhöhe aufnehmen, bleiben die internationalen Waffenexporte ungebrochen – zur Freude der deutschen Rüstungsindustrie. Wie aus einer Anfrage der Linken-Politikerin Sevim Dagdelen hervorgeht, sind die Waffenexporte aus Deutschland in den ersten vier Monaten des Jahres um satte 40 Prozent auf über 492 Millionen Euro gestiegen.   ... →

Lieferkettengesetz: stehen vorbildliche deutsche Unternehmen bald mit beiden Beinen im Gefängnis?

  Bild (Ausschnitt): © ILO Asia-Pacific [Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 IGO License] - flickr

BDA: „Außerordentlich vorbildliche deutsche Unternehmen brauchen kein Lieferkettengesetz.“

Mit beiden Beinen im Gefängnis, oder außerordentlich vorbildlich? Ja, was denn nun?

Der Präsident und der Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) scheinen sich nicht ganz einig zu sein, wie es um die Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards entlang der Lieferkette deutscher Unternehmen bestellt ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!   ... →

Schlechtes Zeugnis für Tech-Unternehmen: Kontrolle der Lieferketten ungenügend

 Der einzige deutsche Konzern schneidet besonders schlecht in der Kontrolle seiner Lieferanten ab - gerade in Malaysia | Bild (Ausschnitt): © Crazyblocks [CC0 1.0] - Wikimedia

In einer neuen Studie der NGO „KnowTheChain“ ist der Technologiebranche ein verheerendes Zeugnis ausgestellt worden. Untersucht wurde, inwieweit Zwangsarbeit unterbunden und Arbeitsrechte gewährleistet werden. In der Studie wurden sieben Kriterien (Absichtserklärungen, Verfolgbarkeit der Lieferketten, Erwerbspraxis, Personalbeschaffung, Stimme der Arbeitnehmer, Kontrolle der Umsetzung und Abhilfemaßnahmen) zu gleichen Teilen in einem „Hundertpunkteindex“ gewichtet. Insgesamt erreichten die bewerteten, weltweit 49 größten Unternehmen hierbei lediglich einen Score von durchschnittlich dreißig Punkten.   ... →

Katastrophen im Doppelpack: Bergbaukonzern Nornickel verursacht erneut massive Umweltverschmutzung in Sibirien

 Nornickel: Größter Arbeitgeber und Umweltzerstörer Nordrusslands | Bild (Ausschnitt): © Hans Olav Lien [CC-BY-SA 3.0] - Wikimedia

Der zweite Skandal in einem Monat: Nachdem erst Anfang Juni bekannt geworden ist, dass der russische Bergbaukonzern Nornickel über mehrere Tage ein Leck an einem Öltank über mehrere Tage verschwieg, wodurch 21.000 Tonnen Rohöl in den Ambanarja Fluss gelangten, ist nun ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie giftiges Produktionsabwasser in die umliegende Natur gepumpt wird.

Der Konzern erklärte daraufhin, die verantwortlichen Mitarbeiter*innen für den Umweltschaden bereits suspendiert zu haben und gab an, dass deren Verhalten gegen die operationellen Richtlinien des Unternehmens verstoßen würden.   ... →

Norwegischer Pensionsfonds wirft die brasilianischen Unternehmen Eletrobras und Vale aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung aus dem Portfolio

  Bild (Ausschnitt): © Ibama [CC-BY-SA-2.0] - Wikimedia

Am 13. Mai 2020 kündigte Norwegens „Government Pension Fund Global“ (GPFG) den Ausschluss mehrerer Unternehmen aus deren Portfolio an. Der GPFG ist der weltweit größte Staatsfonds, mit einem Vermögen von mehr als 1 Billion Dollar. Vom Investmentportfolio Ausgeschlossen wurden der Bergbau-Gigant Vale und Eletrobras, das größte Versorgungsunternehmen Lateinamerikas. Mit der Entscheidung folgt Norges Bank Investment Management (NBIM), die das Investitionsportfolio verwalten, einer Empfehlung des Ethikrates des GPFG, der befand, dass die beiden Unternehmen gegen die Umwelt- und Menschenrechtsbestimmungen des Fonds verstoßen würden.   ... →