Defenders of the Earth Report – 2016 wurden weltweit mindestens 200 Aktivist*innen ermordet

Erlaubnis von Global Witness (Billy Kyte) erteilt am 21.07.2017 Bewohner*innen werden bei der Zwangsräumung eines Dorfes in der Nähe des Cerrejón-Tagebaus (Kolumbien) von der Polizei verhaftet. | Bild (Ausschnitt): © Rafael Ríos - Global Witness

Anfang Juli hat die NGO Global Witness ihren „Defenders of the Earth Report 2016“ veröffentlicht. Global Witness kam zu dem Ergebnis, dass 2016 mindestens 200 Menschen ermordet wurden, die ihr Land bzw. ihre Umwelt gegen die Landnahme durch multinationale Konzerne verteidigt haben.

 

2016 wurde die bisherige Höchstzahl an Morden erreicht

Noch nie gab es so viele Morde an Aktivist*innen für Landrechte und Umwelt wie 2016.   ... →

CocaCola: Landraub in der Beschaffungskette in Kambodscha

Schon 2006 machte Oxfam auf Fälle von Landraub bei Zulieferbetrieben von CocaCola aufmerksam.
Damals wurden im Südwesten Kambodschas 456 Familien durch zwei Tochterunternehmen des thailändischen Zuckerunternehmens Khon Kaen Sugar Co Ltd. von ihrem Land vertrieben; auf rund 18 Hektar wurden Häuser, Reisfelder und Obstplantagen zerstört, um Anbauflächen für Zucker zu erschließen. Die lokale Bevölkerung, deren Einkommensgrundlage zuvor die Landwirtschaft und Viehzucht war, ist seitdem auf die Arbeit in den Zuckerplantagen angewiesen.   ... →

Land Grabbing und Zwangsumsiedlungen in Äthiopien

Die äthiopische Regierung verkauft die fruchtbarsten Regionen des Landes zu geringen Preisen und für eine lange Vertragsdauer an ausländische Investoren. Mit dem so genannten „villagization“ Programm werden Einheimische, die auf diesen Gebieten leben, gewaltsam verdrängt. Die Einheimischen verlieren nicht nur ihre Häuser und ihre Heimat; in den Orten wohin sie umgesiedelt werden, haben sie nur beschränkten Zugang zu Lebensmitteln, Agrarland, Wasser oder Strom.   ... →

Neue Datenbank zu weltweitem „Landgrabbing“

Seit ein paar Jahren berichten Medien über den Trend, dass Regierungen und private Unternehmen unter Ausschluss der Öffentlichkeit Land aufkaufen. Die, zumeist in ärmeren Staaten, erworbenen Böden werden in der Regel als Plantagen genutzt. Gegner dieses „Landgrabbing“ kritisieren, dass die ursprünglichen Bewohner der betroffenen Gebiete von den neuen Besitzern häufig vertrieben werden. Nach Meinung von Experten sind besonders öffentliches Weideland und Flächen, die der Gemeinschaft gehören, vom Landgrabbing bedroht, weil die einfache Bevölkerung sich oft nicht rechtlich zur Wehr setzen kann.   ... →

Afrika gegen Allianz für Ernährungssicherheit

Zahlreiche afrikanische Nichtregierungsorganisationen(NROs) und Bauernverbände verurteilten in einem Schreiben an die G8-Staaten die Neue Allianz für Ernährungssicherheit als eine neue Welle des Kolonialismus. Die Allianz bringt unter Führung der G8 afrikanische Regierungen und private Unternehmen an den Verhandlungstisch. Dabei gehe es weniger um eine Verbesserung Versorgungssituation in Afrika, sondern vielmehr um eine Sicherung der Märkte für die großen Agrarfirmen.   ... →

Report enthüllt Land-Grabbing-Skandal der Deutschen Bank und IFC

Der kürzlich erschienene Report „Rubber Barons“ (deutsch: Kautschuk-Barone) der internationalen NGO Global Witness bringt die Deutsche Bank und die Internationale Finanz-Corporation (IFC) mit dem massiven Anstieg von Land-Grabbing in Verbindung, das seit dem Jahr 2000 in Laos und Kambodscha um sich greift. Berichten zufolge haben diese beiden Länder 3,7 Millionen Hektar Waldgebiet an Privatunternehmen aus Vietnam verloren, die von der Deutschen Bank und der IFC finanziert werden.   ... →