DIRTY PROFITS 6

Die globale Rohstoffindustrie ist umfassend involviert in einige der schwersten Verletzungen von Arbeitsrechten, Menschenrechten und der Umwelt. Der Dirty Profits Report 6 stellt dar, wie die Rohstoffindustrie seit 2012 systematisch Verletzungen dieser Rechte begangen hat. Außerdem wird beurteilt, inwieweit ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt werden (ESG-Kriterien) und in welcher Form ausgewählte europäische Banken bei der Bereitstellung von Finanzmitteln beteiligt sind. Der Report fokussiert sich auf die zehn größten weltweit operierenden Rohstoffunternehmen: Anglo American, BHP, Barrick Gold, Eni, Gazprom, Glencore, Goldcorp, Grupo Mexico, Rio  Tinto und Vale. All diese Unternehmen haben umfassend Menschenrechte verletzt und die Umwelt verschmutzt. Außerdem sind Insgesamt 7 der 10 untersuchten Unternehmen verantwortlich für ungefähr 7,5 % der globalen Treibhausgasemissionen der Industrie (1988-2015).

Finanzinstitute können die Transformation der Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit maßgeblich beeinflussen. Dabei ist nicht nur ihr eigenes operatives Geschäft ausschlaggebend, sondern auch ihre Entscheidung für Finanzierungen von und Investitionen in Unternehmen. Deshalb wurden folgende Banken untersucht: BNP Paribas, Crédit Agricole, Deutsche Bank, DZ Bank, Crédit Suisse, UBS, Rabobank, ING, HSBC und Barclays. Diese zehn Banken haben von 2010 bis 2017 über 100 Milliarden Euro  Kapital für die oben genannten Unternehmen bereitgestellt. Spezifische Ausschlusskriterien hinsichtlich der Unternehmen in welche investiert wird haben die Geldgeber nicht angewendet. Somit investieren die untersuchten Banken seit Jahren ohne Veränderungen in Unternehmen, trotz ihrer sehr gut dokumentierten Verletzungen von Menschenrechten und der Umwelt. 

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In einer begleitenden Untersuchung zum Rohstoffsektor allgemein stellte Facing Finance zudem fest, dass auch insgesamt 21 der von Kirchenbanken angebotenen Fonds in Wertpapiere von Rohstoffunternehmen investieren, die wiederholt wegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in die Kritik geraten sind. Sowohl die Bank für Kirche und Caritas, als auch die Evangelische Bank haben inzwischen angekündigt, einige der kritisierten Positionen aus ihren Fonds abzubauen.

Wenn der Schein trügt: Fonds im Angebot der Kirchenbanken und deren Investitionen in Rohstoffunternehmen

Ergänzende Materialien:

Hintergrundinformation zur Untersuchung der Kirchenbanken

Stellungnahme der Bank im Bistum Essen

Stellungnahme der Bank für Kirche und Caritas

Stellungnahme der Evangelischen Bank

Stellungnahme der Union Investment im Auftrag der Kirchenbanken

Zusammenfassung der erhaltenen Stellungnahmen