Vale: Belo-Monte Staudamm

Bereits 1975 gab es Pläne für die Konstruktion des Belo Monte Staudamms am Fluss Xingu im brasilianischen Amazonasgebiet. Das Projekt erregte jedoch wegen seiner potentiell verheerenden Einflüsse auf die Umwelt und die Gesellschaft großen internationalen Widerstand und wurde vorerst für viele Jahre ausgesetzt. Die Pläne wurden signifikant überarbeitet und schließlich auch bewilligt, sodass die Vorbereitungen für den Bau begannen. Vale ist seit 2011 involviert und besitzt heute 9% der Anteile. Neben der Beteiligung am Belo Monte Staudamm betreibt Vale im Amazonasbecken auch die Carajás Eiesenerzmine, die ausgebaut werden soll. Das Unternehmen wird mit diesen beiden Megaprojekten einen erheblichen Eingriff in den örtlichen Landschaftsraum vornehmen. 

Trotz der vorgenommenen Änderungen in den Projektplänen liegen immer noch erhebliche Risiken für Umwelt und Gesellschaft vor. Durch den Belo-Monte-Staudamm werden potentiell zwischen 20.000 und 40.000 Menschen verdrängt, einschließlich verschiedener indigener Gruppen. Bisher wurden 850 Familien ohne Entschädigung vertrieben. Der Staudamm wird 80% des Xingu Flusses umlenken und über 400 Quadratkilometer brasilianischen Regenwald zerstören. Unabhängige Studien bestätigen, dass der Damm aus gesellschaftlicher, ökologischer, technologischer und wirtschaftlicher Sicht nicht tragbar ist. Desweiteren stellten mehrere Gerichtsprozesse, die bis zum Obersten Bundesgericht gingen, auch die Rechtmäßigkeit des Projektes infrage.

Obwohl das Projekt hauptsächlich von Staatsgeldern finanziert wird (80% der Finanzierung werden von der brasilianischen Nationalen Entwicklungsbank bereitgestellt), werden verschiedene einflussreiche  Bergbau- und Industrieunternehmen von der günstig produzierten Energie des Dammes profitieren. Nur 70% der erzeugten Energie wird an die brasilianische Bevölkerung weitergeleitet. Die restlichen 30% werden dazu genutzt Bergbau- und Industrieunternehmen zu versorgen. Dies unterstützt den Plan der brasilianischen Regierung: 2014 sollen Minen im Amazonasgebiet für 40 Mrd. Dollar ausgebaut werden. Besonders positiv wirkt sich die Projektplanung auf die Eisenerzminen in den Carajás Bergen (Vale), die Kupferminen von Salobo und die Nickelminen in Jacaré von Anglo American aus.

 

Amazon Watch: Belo Monte dam

International Rivers: Belo Monte dam

urgewald: Staudamm Belo Monte (de)

Pro Regenwald: Der Belo Monte-Staudamm im Amazonasgebiet (de)

survival international: Belo Monte dam

Banktrack: Belo Monte dam

Norte Energia: The Belo Monte Dam Complex

[1] Zachary Hurwitz (2011) Minig Giant Joins Belo Monte Dam, 5 Februar, abgerufen am 02.10.2013

[2] Christian Russau (2013): Aktionärsversammlungen (3): Proteste gegen die Münchener Rück und deren Beteiligung am Belo Monte-Staudamm, 25. April, abgerufen am 02.10.2013

Case location
Xingu River, Pará, Brazil
Brazil


Affected topics
  • Menschen- und Arbeitsrechte
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz
Affected norms and standards Directly and indirectly (through shareholding) involved companies Indirect investors through shareholding

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